»Fritz!« sprach sie etwas rascher als gewöhnlich, »Sie handeln unrecht an sich selbst. Was ärgern Sie sich so ab mit den unvernünftigen Leuten? Was sorgen und quälen Sie sich so um ein Unterkommen unter ihnen? Habe ich nicht genug für uns alle Drei? – Lassen Sie mich ausreden! – Ihre Hand! Sehen Sie den unschuldigen Wurm da – er hat keinen Vater – wer weiß, ob nicht bald auch keine Mutter.«

Hier wurde sie roth und stockte; Fritz aber fiel ihr in die Rede und bat sie, nicht solche Gedanken zu hegen.

»Man muß auf Alles gefaßt sein – ja, lieber Fritz! – mir ist, als werde ich nicht lange mehr für das arme Kind sorgen können. Dieser Husten – meine abnehmenden Kräfte – Fritz! soll ich, wenn der Herr mich abruft, das Kind als Waise zurücklassen?«

»O wäre ich nicht, was ich bin!« rief Fritz gramvoll aus, »so sagte ich, ich will sein Vater sein!«

»Ist es das und immer nur das?« erwiederte Kordel. »Wenn Sie mich auch nicht mehr lieben, wie einst, wenn ich auch nicht werth bin, Ihre Frau zu sein, so – ich flehe Sie an – werden Sie diesem verwaisten Wesen ein Vater!«

»Versteh' ich Sie recht?« stammelte Fritz von einem heiligen Freudenschauer durchbebt. »Wollen Sie mich?«

»Zum Vater meines Kindes machen,« sprach sie mit hohem Erröthen, seine Hand an ihr Herz drückend.

»Aber bedenken Sie, ich bin ein Ausgestoßener.«

»Und was bin ich? Wir tragen das gleiche Loos – die ehrbaren Leute stoßen mich wie Sie von sich – so lassen Sie uns gemeinsam tragen, was uns der Himmel aufgelegt hat! Zum Glück haben wir genug, um die hartherzige Gesellschaft allenfalls entbehren zu können. Wir können einen Handel anfangen – gewiß, Gott wird uns helfen, wenn wir zufrieden sind und fortan auf seinen Wegen wandeln. Wollen Sie?«