Ferdinand übernahm den Auftrag mit herzlicher Freude, und das schöne Mädchen nahm freundlich Abschied. »Die hat doch ein Herz,« sagte der Häuer ihr nachblickend; »das hat sie von ihrem Vater, und die Mutter hat es nicht verwüsten können. Gott segne sie!« – Nun lenkte er seinen Schritt dem Thore zu.


II.

Brunhild fand ihren Vater wirklich bei dem Markscheider. Sie theilte ihm mit, welche Einladungen an ihn und die Seinigen ergangen waren, und bat ihn, augenblicklich mit ihr zu kommen. Er ging mit ihr. »Wo ist denn die Mutter?« fragte er vor der Thür.

»Bei dem Goldschmied,« antwortete sie.

»Schon wieder?« fragte er trübe.

»Sei nur nicht bös,« sagte Brunhild, »ich wollte es nicht haben; aber Du weißt, wie die Mutter ist, und vielleicht hat sie heute nicht ganz Unrecht, ich habe Dir noch nicht gesagt, daß die Frau Baronin zum Besuch hierher kommt und bei Neuhoff's absteigt.«

»Heute?« fragte der Schichtmeister; »und da sollen wir wohl am Abend in Gesellschaft der Baronin sein?«