»Wißt Ihr was? Ihr müßt mir augenblicklich noch hundert Thaler vorstrecken; ich muß morgen nach Hallbach zu meiner Erkornen und da nobel auftreten; wahrscheinlich muß ich ihren Papa nach Bad Kissingen begleiten. Wir vertauschen den alten Wechsel mit einem neuen, und – nun Ihr wißt Euch schon bezahlt zu machen.«

»Aber Ihr Vater war schon jetzt schwierig,« wendete der Goldschmied ein.

»Nur keine Umstände, mein Guter!« sagte der Doctor. »Hoffentlich ist das der letzte Schröpfkopf, den ich an den guten Alten ansetzen muß. Zieht nur die Casse auf, mein Goldmann!«

Der Goldschmied mußte den Doctor wohl unwiderstehlich finden, er zog ein Kästchen aus seinem Ladentisch und zählte die verlangte Summe in Dukaten auf.

Der Doctor strich sie ein. »Die habt Ihr aber gehörig mit Königswasser getauft,« sagte er, die Münzen prüfend, »Ihr seid doch ein unverbesserlicher Anabaptist!«

Gleichgültig, als ob er die Anspielung nicht verstehe, füllte der Goldschmied ein Wechselformular aus und legte es dem Schuldner vor. Dieser unterzeichnete. »So, wieder ein Geschäft gemacht!« sagte er, sein Gold einsteckend.

»Nun noch Eins: Vergeßt um Eurer selbst willen nicht, daß die Klausel, »nach Wechselrecht verfahren,« keine andere Bedeutung haben kann, als die eines Schreckschusses! Ihr kennt das Sprichwort vom Hehler!« Und er ging.

»Das ist der leibhaftige Satan!« murmelte der Goldschmied, ihm nachstarrend.

Diese Verhandlung zeigt, daß der unglückliche alte Steiger sich sehr irrte, indem er wähnte, seinem Sohne sei das verzweifelte Mittel, dessen übermäßige Geldbedürfnisse zu befriedigen, so verborgen geblieben, wie er es zu halten gesucht. Der entartete Sohn selbst hat den Goldschmied auf den Vater gehetzt. Nur der Ort, wo dieser das Erz aufbewahrte, war jenem unbekannt, und er hatte bisher auch nicht Ursache gehabt, danach zu forschen.