Die freundlichen Worte des jungen Mädchens hatten dem Schüchternen Muth eingeflößt.

– Was ich meine? fragte er laut.

– Nun ja!

– Soll ich es Ihnen offen bekennen, liebe Netti?

– Ich bitte darum, wenn Sie anders gekommen sind, mit mir zu reden.

Als ob die Verzweiflung seinen Muth noch erhöhte, holte er tief Athem und sagte in einem weinerlichen Tone:

– Ich meine, daß ich nicht mehr weiß, was ich meine, noch was ich thue. Ich dachte so eben über Pferde-Arznei-Kunde nach, denn ich stand im Begriffe, acht Gran Brechpulver anstatt vier in ein Paket zu thun. Ich zittere, wenn ich an die Wirkung denke! So kann das nicht mehr gehen, liebe Mamsell Netti, ich muß Abschied von Ihnen nehmen!

Niklas ließ den Kopf sinken und trocknete sich mit der grünen Schürze die Stirn, als ob ihm dieses Geständniß blutsauer geworden wäre.

– Himmel, rief Netti erschreckt, was fällt Ihnen ein? Sie wollen unser Haus verlassen?

– Glauben Sie denn, daß ein Apotheker kein Herz im Leibe hat? Im Gegentheil, dieses Organ des menschlichen Körpers ist bei ihm sehr gefühlvoll – dies ist wenigstens die Meinung Ihres Herrn Vaters, denn er erlaubte mir, sanfte Gefühle zu hegen, die, die – –