– Schon vor einiger Zeit, – sagte Netti, – habe ich ihr Auftrag ertheilt, unserm Gaste das Abendessen zu bereiten, ich begreife nicht, warum es nicht schon geschehen.
– Verzeihung, Netti, ich hatte vergessen, Ihnen zu sagen, daß ich Kathi zu einem meiner Kollegen geschickt habe, um mir ein Aktenstück holen zu lassen.
– In diesem Falle werde ich selbst die Vorbereitung treffen, – sagte das junge Mädchen und verließ das Zimmer.
– Sie sind Korporal in kaiserlichen Diensten? – fragte Ferenz, der durch ein gleichgültiges Gespräch den Soldaten auszuforschen suchen wollte.
– Wie Sie sehen, – antwortete der Graf, der wie auf Kohlen stand.
– Ein schöner, aber ein gefährlicher Stand.
– Ich läugne es nicht; aber die Gefahr, mein Herr, macht ihn zu dem, was er ist. Nur im Kriege lebt der Soldat, im Frieden ist er nur eine todte Puppe. Jetzt habe ich Ihnen gesagt, was ich bin, darf ich nun auch wissen – –?
– Wer ich bin? Ich bin Advokat und heiße Ferenz.
Der Soldat schien von dieser Antwort überrascht zu sein, er sah mit großen Augen den Advokaten an.
– Ferenz ist Ihr Name? – fragte er endlich.