– So können Sie mir auch wohl sagen, warum der Graf meiner Aufforderung nicht nachkam, da er doch meinen Eifer, ihm zu dienen, kannte?

– Er kannte auch aus Ihren Briefen, zwar nicht Ihre Person, mein Herr, aber Ihren Patriotismus, Ihren ehrenwerthen Charakter – und wenn er sich nicht zu Ihnen wendete, als der Freiheitskampf zu Ende war, so geschah es deshalb, weil man ihn zwang, die Uniform eines Korporals vom zwanzigsten kaiserlichen Infanterie-Regimente zu tragen.

– O Himmel, diese Sprache, dieser Anstand – –

– Gehört dem Korporal Janos Grafen Esthi!

– Welch' ein fürchterliches Geschick führt Sie in unsere Stadt! Herr Graf, die Uebertragung der Verwaltung Ihres bedeutenden Gutes gab meiner Subsistenz den ersten Stützpunkt. –

– Sie wurden mir durch den jetzt verstorbenen Dr. S. als einen zuverlässigen, tüchtigen Sachwalter empfohlen. –

– Ich mußte mich dankbar bezeigen – erinnern Sie sich des Schlußsatzes meines Briefes?

Der Soldat zog ein Taschenbuch aus der Brusttasche seiner Uniform und holte einen erbrochenen Brief daraus hervor, den er entfaltete.

– Ja, das ist mein Brief! rief freudig der Advokat.

– Sie sprechen darin von einer Eröffnung, die sie nur mündlich mir zu machen vermöchten, sagte der Graf, die Augen auf das Papier geheftet – ich bin bereit, sie zu hören, doch fassen Sie sich kurz, meine Zeit ist abgemessen.