– Kaiserlich durch und durch! Deshalb habe ich ihm auch erlaubt, daß er in dem Arme der Save, der meinen Garten hinter dem Hause begrenzt, nach Gefallen fischen kann, denn die Strecke des Flusses an meinem Grundstücke ist mein Eigenthum. Wenn er nun einen Hecht oder einen schlanken Aal erwischt, so bringt er sie mir – doch nun komm, mein Freund, es wird Zeit zum Mittagessen sein – vorher will ich noch einmal in der Küche nachsehen, ob Kathi keine Dummheiten begangen hat.

Die beiden Männer stiegen die Treppe hinab und traten in das freundliche Wohnzimmer, wo Netti beschäftigt war, den Tisch zu decken.

Die Tochter des Apothekers war ein schönes, blühendes Mädchen von ein und zwanzig Jahren. Ihre Gestalt war schlank, nicht üppig, aber wohlgeformt. Ihr dunkelbraunes Haar hing in zwei langen Flechten über den Rücken herab, während es auf der weißen Stirn sich in einem einfachen Scheitel theilte. Das große blaue Auge, von dunkeln Augenbrauen bedeckt, strahlte freundliche, milde Blicke und verrieth einen nicht gewöhnlichen Grad weiblicher Bildung. Ihre Wangen, die bei jeder Bewegung der frischen Lippen niedliche Grübchen zeigten, waren von einer leichten Röthe gefärbt, die zu dem weißen Teint des zarten ovalen Gesichts einen lieblichen Kontrast bildeten. Ein einfaches dunkelblaues Kleid umschloß die schlanke Taille der Braut des jungen Advokaten.

– Netti, sagte Ferenz zärtlich, indem er ihre Hand ergriff und sie an seine Lippen zog – es kostet Mühe, Sie heute zu sehen!

– Sie haben Recht, antwortete das junge Mädchen mit einer weichen, wohlklingenden Stimme – mein guter Vater hat heute soviel Geschäfte, daß ich ihm ein wenig helfen muß.

– Netti, rief Herr Czabo im Tone des Vorwurfs – Du läßt Kathi allein in der Küche, die von der edeln Kochkunst so wenig versteht – Du hast ihr doch gesagt, daß der Braten – –

Das junge Mädchen trat zu dem Vater und ergriff seine Hand, als ob sie seinen aufkeimenden Unwillen rasch besänftigen wollte.

– Gewiß, lieber Vater! sagte sie bittend – Kathi ist noch unerfahren und an unsere Hausarbeit nicht gewöhnt – haben Sie ein wenig Nachsicht mit ihr – bitte, mein guter Vater! Es ist nicht ihre Schuld – sie ist nicht einen Augenblick aus der Küche gekommen.

– Wie, rief aufbrausend der Apotheker, ist etwas mit dem Braten vorgefallen?

– Wenn ich nicht darauf geachtet hätte – er wollte anbrennen!