— Was ist das? fragte er von neuem, indem er versuchte, so wenig Betonung wie möglich auf „das‟ zu legen.

Das ging auch.

Darauf fragte er fünfzehn Kinder das gleiche, und eine Viertelstunde war vergangen. Johan dachte, das ist idiotisch. Was sollte er jetzt machen? Von Gott sprechen, was er wußte? Aber auf dem damaligen Standpunkt der Forschung war man bescheiden dabei stehen geblieben, daß man nichts von Gott wisse. Johan war Theist und glaubte wohl noch an einen persönlichen Gott, aber etwas Näheres konnte er nicht über ihn sagen. Am liebsten hätte er Christi Gottheit angegriffen, dann aber wäre er entlassen worden.

Eine Pause entstand. Es war unheimlich still, während er über seine falsche Stellung und die Albernheit im Unterrichten nachdachte. Wenn er jetzt hätte sagen dürfen, man wisse nichts von Gott, so wäre der ganze Katechismus und die ganze Biblische Geschichte überflüssig gewesen. Daß sie nicht stehlen durften, das wußten sie; und daß sie nicht lügen durften, auch. Warum denn soviel Wesen davon machen? Er bekam eine tolle Lust, freundlich gegen die Kinder zu sein und sie wie Mitschuldige zu nehmen.

— Nun, was sollen wir jetzt tun? fragte er.

Der eine guckte den andern an und die ganze Klasse kicherte.

— Der Lehrer ist aber nett, dachten sie.

— Was pflegt der Lehrer zu tun, wenn er die Aufgabe überhört hat? fragte er den Ersten.

— Er pflegt sie zu erklären, antwortete der und noch einige.

Freilich konnte Johan Entstehung und Geschichte des Gottesbegriffes erklären, aber das durfte er ja nicht.