Er ist sprachlos. Aber er war so sicher, daß er die Mutter um Erlaubnis gebeten hatte, um so mehr, als keine abschlägige Antwort zu befürchten war. Er war ja fest entschlossen gewesen, es zu tun, aber die Nebenumstände waren dazwischen gekommen; er hatte es vergessen und er wollte dafür sterben, daß er nicht log.

Kinder sind im allgemeinen zu ängstlich, um zu lügen; aber ihr Gedächtnis ist kurz, die Eindrücke wechseln so schnell; und sie verwechseln Wünsche und Entschlüsse mit vollzogenen Handlungen.

Lange lebte der Junge in dem Glauben, die Mutter habe gelogen. Als er später oftmals über das Vorkommnis nachdachte, glaubte er, sie habe die Sache vergessen oder seine Bitte nicht gehört. Viel, viel später begann er zu argwöhnen, daß sein Gedächtnis ihn vielleicht getäuscht habe. Aber er war berühmt wegen seines guten Gedächtnisses, und es handelte sich ja nur um zwei, drei Stunden Zwischenzeit.

Sein Argwohn, daß die Mutter nicht die Wahrheit gesprochen (und warum sollte sie nicht eine Unwahrheit sagen können, da Frauen ihre Halluzinationen so leicht mit Wirklichkeiten verwechseln?) wurde kurz darauf bestärkt. Die Familie hatte ein neues Möbelstück gekauft. Das war ein großes Ereignis! Die Knaben sollten gerade der Tante einen Besuch machen. Mutter wollte die Neuigkeit verheimlichen, um Tante bei deren nächstem Besuch überraschen zu können. Darum bat sie die Kinder, von dem Ereignis nicht zu sprechen.

Sie kamen zu Tante. Sie fragt sofort:

— Hat Mama das gelbe Möbelstück gekauft?

Die Brüder schweigen, aber Johan antwortet fröhlich:

— Nein!

Nach der Rückkehr werden sie beim Mittagtisch von Mutter gefragt: