Der frühere Redakteur hatte sich in sein Schicksal gefunden, lebte auf dem Lande und schrieb hier seine Artikel. Jetzt eines Sommermorgens saß er auf seiner Veranda und wartete auf die Zeitung, um seinen letzten Leitartikel zu lesen. Es war ein durchtriebenes Stück, von dem er viel Effekt erhoffte; er handelte von dem liberalen Programm, auf das die Kandidaten bei den Wahlversammlungen schwören sollten, und der geheime Hintergedanke war, Bruder Henrik als Konservativen hinzustellen. Das war der Schuß in die Wasserlinie, der das Schlachtschiff zum Sinken bringen sollte. Gustav saß da und genoß es im Geist, hörte seine giftigen Worte im Ohr, sah vor Augen, wie der Bruder die Zeitung öffnete, um seinen Artikel zu suchen und den des andern fand, der ihn wie eine Rakete mitten ins Gesicht traf. Er genoß das in Gedanken so sehr, daß er lächelte, drehte eine Fünfzehnpfennigzigarre wollüstig im Mundwinkel, steckte viele Streichhölzer an und schnaubte.
Schließlich kam die Zeitung.
Er stand auf und nahm eine Fechterpositur an, während er die Zeitung entfaltete und umschlug, um seinen Leckerbissen auf der zweiten Seite zu lesen.
Da stand er nicht! Er suchte auf der dritten Seite. Da stand er auch nicht.
Mit der zusammengeknüllten Zeitung stürzte er ans Telephon und rief die Redaktion an. Der Sohn Holger saß am Apparat und nahm den Stoß entgegen:
»Warum steht mein Artikel nicht in der Zeitung?« fragte der Vater mit zischender Stimme.
»Nein, wir konnten ihn nicht drucken,« antwortete der Sohn.
»Aber ich habe ihn gesetzt gesehen, habe Korrektur davon gelesen, und …«
»Wir können solchen Unsinn nicht drucken!« antwortete der Sohn wieder.