»Danke schön, aber dann bin ich lieber Lokomotive, das ist nützlicher und ehrenvoller.«
Jetzt trat Lundell auf den Balkon mit der Frau eines akademischen Künstlers, die sich in die schreckliche Gesellschaft verirrt hatte.
Auf dem Podium unten sang gerade ein italienischer Sänger eine Glanznummer, die elektrisierte; und in dem Festrausch ließ die Dame sich hinreißen, dem Sänger eine Rose zuzuwerfen. Aber die Entfernung war zu groß; die Blume senkte sich wie ein Meteor und blieb an der Weste eines Herrn an einem Marmortische hängen.
Der einsame Gast rollte gerade eine Zigarette, als ihm die Rose in die Arme fiel; er hielt in der Bewegung inne, nahm die Rose und blickte zur Galerie hinauf.
»Das ist Syrach!« rief Sellén, und alle auf dem Balkon nickten dem Einsiedler zu, der einen roten Fes auf dem Kopf trug und etwas bizarr gekleidet war.
Aber Syrach schien keinen einzigen von seinen alten Freunden wiederzuerkennen, sondern steckte die Rose ins Knopfloch und fuhr im Zigarettendrehen fort.
»Er erkennt uns nicht!« rief Sellén. »Soll ich hinuntergehen und ihn holen?«
»Dann gehe ich meiner Wege,« sagte die Dame kurz, »und ich bedaure meine Rose, die auf einen so schmutzigen Rock geraten ist.«
»Ja, geh nur, Augusta,« unterbrach Doktor Borg, der hinzugekommen war; »dich hat übrigens ja keiner hierhergebeten.«