Julie. Dieb!
Jean. Wollen Sie etwa ausplaudern?
Julie. O, o! Die Mitschuldige eines Hausdiebes! Bin ich heute Nacht betrunken gewesen und habe im Traum gehandelt? Johannisnacht? Das Fest unschuldiger Freuden —
Jean. Unschuldiger — hm!
Julie geht auf und ab. Giebt es in diesem Augenblick einen Menschen auf Erden, der so unglücklich ist, wie ich?
Jean. Warum sind Sie es? Nach einer solchen Eroberung! Denken Sie an Christine dort drinnen! Glauben Sie, daß sie nicht auch Gefühl hat?
Julie. Ich glaubte es früher, aber jetzt glaube ich es nicht mehr. Nein, Knecht ist Knecht —
Jean. Und Dirne ist Dirne!
Julie auf den Knieen, mit gefalteten Händen. O Gott im Himmel, nimm mein erbärmliches Leben von mir! Nimm mich von diesem Schmutz, in dem ich versinke! Rette mich! Rette mich!
Jean. Ich kann nicht leugnen, daß Sie mir leid thun! Damals, als ich im Zwiebelbeet lag und Sie im Rosengarten sah, da — nun werde ich es Ihnen sagen — da hatte ich dieselben schmutzigen Gedanken, wie alle Jungen.