Julie naiv. Warum nach drei Wochen?
Jean. Sie erzürnen sich natürlich! aber die Miete muß trotzdem bezahlt werden! Und dann vermietet man wieder. Und so geht es einmal nach dem andern, denn Liebe giebt es bis in alle Ewigkeit — wenn sie auch nicht so lange währt.
Julie. Sie wollen nicht mit mir sterben?
Jean. Ich will überhaupt noch nicht sterben! Einmal, weil mir das Leben noch gefällt, und dann, weil ich den Selbstmord für ein Verbrechen gegen die Vorsehung ansehe, die uns das Leben geschenkt hat.
Julie. Sie glauben an Gott — Sie?
Jean. Ja, gewiß thue ich das? Und ich gehe jeden andern Sonntag in die Kirche. Aufrichtig gesprochen, bin ich dessen hier jetzt müde und gehe nun zu Bett.
Julie. Ja so, und Sie glauben, daß ich mir damit genügen lasse? Wissen Sie, was ein Mann einer Frau schuldig ist, die er entehrt hat?
Jean nimmt sein Portemonnaie hervor und wirft eine Silbermünze auf den Tisch. Seien Sie so gut! Ich will nichts schuldig sein!
Julie thut, als wenn sie seinen Schimpf nicht bemerkt. Wissen Sie, was das Gesetz bestimmt?
Jean. Leider kennt das Gesetz keine Strafe für das Weib, das einen Mann verführt.