– ... so hier um den Schenkel. Nicht so schlecht übrigens! Hm! Wirklich nicht so übel! Als ich aber meinen Überrock anziehen wollte, da, hast du nicht gesehen, stand das Mädchen da, um Ottilie nach Haus zu bringen. Und Gurli entschuldigte mich: ich hätte mich gestern erkältet, und sie fürchte die Nachtluft. Ottilie sah verlegen aus und küsste Gurli nicht, als sie ging.

Am nächsten Tag wollte ich Ottilie astronomische Instrumente zeigen, um zwölf in der Schule. Sie kam auch, war aber traurig. Sie war eben bei Gurli gewesen, die sich unfreundlich gegen sie gezeigt habe. Den Grund könne sie nicht verstehen. Als ich zum Mittagessen nach Haus kam, war Gurli ganz verändert. Sie war kalt und stumm wie ein Fisch. Sie litt. Ich sah es. Jetzt aber musste das Messer hinein.

– Was hast du zu Ottilie gesagt? Sie war so traurig! fing ich an.

– Was ich gesagt habe? Ja, ich habe ihr gesagt, sie sei kokett. Das habe ich gesagt.

– Wie konntest du das sagen, sagte ich. Du bist doch nicht eifersüchtig!

– Ich eifersüchtig auf die! brach sie los.

– Ja, das wundert mich, denn eine so intelligente und verständige Person kann es doch nicht auf den Mann einer andren abgesehen haben!

– Nein (jetzt kam es!), aber der Mann einer andern kann sich schlecht gegen eine andere Frau betragen.

Huhuhu! Jetzt war es fertig. Ich verteidigte Ottilie, bis Gurli sie alte Jungfer nannte, und ich fuhr fort, sie zu verteidigen. Und an diesem Nachmittag kam Ottilie nicht. Sie schrieb einen kühlen Brief und entschuldigte sich, aber sie sehe wohl, sie sei überflüssig. Ich protestierte und wollte sie holen. Da aber wurde Gurli wild. Sie sehe wohl, ich sei in diese Gurli verliebt, und sie (Gurli) sei mir nichts mehr. Sie wisse wohl, dass sie eine Gans sei, dass sie nichts könne, zu nichts tauge, und dass, huhuhu, die Mathematik ihr ganz unmöglich sei. Ich schickte nach einem Schlitten und wir fuhren aus. In einem Gasthaus am Meer tranken wir Glühwein und assen ein prächtiges Souper. Es war, als sei wieder Hochzeit, und dann fuhren wir nach Haus.

– Und dann? fragte die Alte und sah über ihre Brille hinweg.