Unter Todesschweigen steht man vom Tisch auf.
Der Mann geht auf sein Zimmer. Seine Frau und ihre Freundin setzen sich in den Pavillon.
– Welche Brutalität, sagt die Freundin. Und du, die feinfühlige, intelligente Frau, willst die Magd dieses rohen Egoisten sein!
– Er hat mich nie verstanden, seufzt die Frau.
Ihre Selbstzufriedenheit, dass sie diese vernichtenden Worte sagen kann, ist zu gross, als dass sie in ihrem Innern die Antwort hörte, die ihr Mann ihr so oft gegeben hat:
– Bist du so tief, dass ich, der ich einen guten Kopf habe, dich nicht verstehen sollte? Hast du nie daran gedacht, dass es vielleicht deine Oberflächlichkeit ist, die macht, dass du mich nicht verstehst!
Auf seinem Zimmer sitzt er, allein. Er leidet, als habe er seine Mutter geschlagen. Aber sie hat ihn ja zuerst geschlagen; sie hat ihn Jahre lang geschlagen, und er hat bisher noch nie zurückgeschlagen.
Diese rohe, herzlose, cynische Frau, der er seine ganze Seele hat geben wollen, mit all ihren Gedanken, mit all ihren feinen Gefühlen, hat seine Überlegenheit empfunden und darum ihn erniedrigt, ihn in den Schmutz gezogen, ihn bei den Haaren gerissen, ihn geschmäht. War es da ein Verbrechen von ihm, dass er ein Mal zurückgeschlagen, als sie ihn öffentlich verhöhnt? Ja, er fühlte sich so schuldig, als habe er seinen besten Freund ermordet.
Der warme Sommerabend kommt mit seiner Dämmerung, und der Mond geht auf.
Vom Salon ist Gesang zu hören. Er geht in den Garten hinunter und setzt sich unter den Walnussbaum. Allein! Und mit den Akkorden des Klaviers verschmilzt das Lied: