Im selben Augenblick spalten sich die seit Wochen angehäuften Wolken, und ein Lichtbündel dringt in den Saal, erleuchtet mein Gesicht, das Tischtuch, das Geschirr....

—Da ist die Sonne! Papa, da ist die Sonne! ruft das Kind und faltet seine Händchen. Verwirrt erhebe ich mich, ein Raub der verschiedenartigsten Gefühle. Ein Zufall? Nein, sage ich mir.

Das Wunder, das Zeichen? Aber das ist zu viel für einen, der wie ich in Ungnade gefallen ist! Der Ewige mischt sich nicht in die kleinen Angelegenheiten der Erdenwürmer!

Und doch bleibt mir dieser Sonnenstrahl im Herzen wie ein grosses Lächeln, mit dem ich Unzufriedener angelächelt bin....

Während der zwei Minuten, die ich brauche, um mein Häuschen zu erreichen, häufen sich die Wolken zu Gruppen, welche die seltsamsten Formen annehmen; und im Osten, wo sich der Schleier gehoben hat, ist der Himmel grün, wie ein Smaragd, eine Wiese mitten im Sommer.

Ich bleibe in meinem Zimmer stehen und erwarte etwas, das ich nicht erklären kann, in einer stillen Zerknirschung versunken, die frei von Furcht ist.

Da rollt, ohne dass ein Blitz ihm vorangegangen wäre, ein Donner, ein einziger, über meinem Kopfe.

Zuerst empfinde ich Furcht, und ich erwarte den Regen und das Gewitter, wie es natürlich ist. Aber nichts geschieht; eine vollständige Ruhe herrscht und alles ist zu Ende.

Warum, frage ich mich, bin ich nicht vor der Stimme des Ewigen demütig in den Staub gesunken?

Wenn der Allmächtige mit einer majestätischen Inszenierung zu einem Insekt zu sprechen geruht, fühlt sich das Insekt von einer solchen Ehre erhoben und aufgebläht, und der Hochmut flüstert ihm zu, dass es ein besonders würdiges Wesen sein müsse. In aller Freimütigkeit: ich fühle mich mit dem Herrn auf gleichem Niveau, als ein Bestandteil seiner Persönlichkeit, als eine Ausströmung seines Wesens, als ein Organ seines Organismus. Er brauchte mich, um sich zu offenbaren, sonst hätte er mich auf der Stelle durch seinen Blitz erschlagen.