Wie wenig merkwürdig diese Szene auch war, die hinterliess doch einen beunruhigenden Eindruck bei mir.

Am Abend bleiben wir in einem Dorf, um dort die Nacht zuzubringen. Ich war gerade in mein Zimmer gekommen, eine Treppe hoch, und hatte mich etwas säubern können, als das gewöhnliche Geräusch sich über mir hören liess; man schleppt Möbel und macht Tanzschritte.

Dieses Mal begnüge ich mich nicht mit Verdacht, sondern klettre in Gesellschaft meines Kameraden die Bodentreppe hinaus, um mir Gewissheit zu verschaffen. Aber dort oben ist nichts Verdächtiges zu finden, da niemand über meinem Zimmer unter den Dachpfannen wohnt.

Nachdem wir die Nacht schlecht geschlafen haben, setzen wir die Fahrt fort und befinden uns einige Stunden später im Elternhaus des Dichters, der hier beinahe als ein verlorener Sohn religiöser Eltern, guter und redlicher Mensch, erscheint. Der Tag vergeht unter Spaziergängen in einer schönen Landschaft und unschuldigen Gesprächen. Der Abend senkt sich herab und bringt einen unbeschreiblichen Frieden in eine häusliche Umgebung, in der der Arzt und ich uns gänzlich verloren vorkommen, er noch mehr als ich, da er Atheist ist.

Spät am Abend ziehen wir uns in das Zimmer zurück, das dem Doktor und mir angewiesen ist. Als ich etwas zu lesen suche, bekomme ich die "Magie des Mittelalters" von Viktor Rydberg in die Hand. Immer dieser Schriftsteller, dem ich ausgewichen bin, so lange er lebte, und der mich nach seinem Tod verfolgt!

Ich blättere in dem Buche, und der Blick heftet sich auf die Stelle über Incubi und Succubi. Der Verfasser glaubt an so etwas nicht und zieht den Teufelsglauben ins Lächerliche.

Aber ich kann nicht lachen; die Lektüre erregt bei mir Anstoss, und ich beruhige mich bei dem Gedanken, das der Verfasser jetzt seine Ansicht geändert haben dürfte!

Indessen ist das Lesen solcher unheimlichen und magischen Dinge nicht geeignet, Schlaf hervorzurufen, und eine gewisse Unruhe in den Nerven macht sich vernehmbar. Deshalb wird der Vorschlag, zusammen nach dem Bequemlichkeitshäuschen zu gehen, angenommen als eine heilsame Zerstreuung und eine hygienische Einleitung für die Nacht, vor der ich Furcht habe.

Mit einer Laterne versehen, streben wir über den Hof, wo bei einem wolkigen Himmel die Skelette der bereiften Bäume unter der neckischen und launenhaften Windsbraut krachen.

—Ich glaube, ihr fürchtet euch vor eurem eigenen Schatten, lacht der Arzt verächtlich.