—Was fehlt dem Alten?
—Er kann nicht schlafen! Nächtliche Herzaffektionen....
—Also er auch! Der gerechte und fromme Mann! Das ist also eine Epidemie, die keinen verschont.
Ich will nicht verhehlen, dass dieser Umstand mich aufrichtete, und gleich nahmen der Aufruhrgeist und die Zweifelsucht meine Seele wieder in Besitz. Die Dämonen herausfordern, den Unsichtbaren trotzen und zuletzt unterjochen! Das war die Losung, die ich mir gab, als ich diese gastfreie Familie verliess, um meine beabsichtigten Ausflüge in Schonen zu machen.
Am selben Abend in der Stadt Höganäs angelangt, nehme ich mein Abendessen im grossen Speisesaal des Hotels ein; dabei habe ich einen Zeitungsmann zur Gesellschaft. Sowie wir uns zu Tisch gesetzt haben, lässt sich das übliche Poltern über meinem Kopfe hören; und um mich gegen die Mangelhaftigkeit meiner eigenen Wahrnehmung zu sichern, lasse ich die Erscheinung von dem Zeitungsmann beschreiben; der bezeugt deren Wirklichkeit.
Als wir nach beendeter Mahlzeit hinausgingen, stand die unbekannte Frau, die mich vor der Abreise von Lund angesprochen hatte, ganz unbeweglich draussen vor dem Portal und liess mich und meinen Begleiter vorbeidefilieren.
Da vergesse ich die Dämonen und die Unsichtbaren und verfalle von neuem auf die Vermutung, dass ich von sichtbaren Feinden verfolgt bin. Aber im nächsten Augenblick widerlege ich diese Annahme, indem ich mich an meinen unvorhergesehenen Besuch beim Schuhmacher in Malmö erinnere; auch in jener Nacht, als wir nach dem Stallgebäude gingen, war unmöglich eine überlegte Intrige anzunehmen.
Die schrecklichen Zweifel sitzen fest und höhlen mir das Gehirn aus, erhitzen mein Blut und flössen mir Ekel vor dem Leben ein.
Doch die Nacht hat mir eine Überraschung vorbehalten, die mich mehr erschreckt als die letzten Tage zusammengenommen.
Ermüdet von der Reise gehe ich um elf Uhr zu Bett. Alles ist still im Hotel und kein Poltern vernehmbar. Mein Mut wächst, und ich falle in einen tiefen Schlaf, um nach einer halben Stunde von einem Lärm und Gepolter, das im Zimmer über dem meinen ist, geweckt zu werden. Es scheint mindestens eine Stiege junger Leute zu sein, die singen, auf den Boden stampfen, Stühle hin und her schieben.