Wir sind nach Högandäs zurückgefahren. Vor der Hoteltreppe fällt das Pferd plötzlich zur Erde, als habe jemand vor der Tür gestanden und es erschreckt.
Jetzt lasse ich mich über den Weg nach den Steinkohlengruben unterrichten; dieses Mal gewiss, mein Ziel nicht zu verfehlen, gehe ich zu Fuss die fünf Minuten Wegs, die man mir angewiesen hat. Ich gehe und gehe zehn Minuten, eine Viertelstunde, eine halbe Stunde, geradeaus aufs ebene Land, ohne eine Spur von Gebäuden oder Schornsteinen zu erblicken, die auf eine Grube hinweisen können. Die angebaute Ebene streckt sich in Unendlichkeit aus; nicht eine Hütte, niemand zum Fragen.
Das ist der Böse, der mir diesen boshaften Schabernack spielt! Und ich bleibe stehen wie festgeleimt, erblindet, ohne einen Schritt vorwärts oder rückwärts machen zu können.
Schliesslich kehre ich ins Dorf zurück, nehme ein Zimmer und ruhe mich auf einem Sofa aus.
Nach einer Viertelstunde werde ich aus meinen traurigen Gedanken durch ein Unwesen geweckt. Diesmal klopft man mit einem Hammer Nägel ein. Kleingläubig, was die Klopfgeister anbetrifft, schreibe ich die Erscheinung auf Rechnung böswilliger Leute oder eines mehr als gewöhnlich grossen Pechs. Ich klingele, bezahle was ich schuldig bin und begebe mich auf den Bahnhof.
Drei Stunden warten! Das ist viel, wenn man ungeduldig ist, aber es gibt keine Wahl. Als ich zwei Stunden auf einer Bank hingebracht habe, geht eine gutgekleidete und hübsche Frauensperson an mir vorbei, um in den Wartesaal erster Klasse einzutreten. In der Art dieser Dame sich zu bewegen und in ihrem ganzen Wesen lag etwas, das bei mir unbestimmte Erinnerungen weckte; neugierig, wie sie von vorn aussieht, bewache ich die Tür, um mir die Dame anzusehen, wenn sie wieder vorbeikommt. Nachdem ich lange gewartet habe, gehe ich in den Wartesaal hinein.
Niemand ist drinnen zu sehen; und keine andere Tür ist da; kein Toilettenzimmer. Und Doppelfenster setzen der Möglichkeit, auf andere Weise zu entkommen, ihr Halt entgegen.
Bin ich geblendet? Gibt es Menschen, die mit der Fähigkeit ausgerüstet sind, einem das Gesicht zu verkehren? Kann man sich unsichtbar machen? Das sind ungelöste Fragen, die mich zur Verzweiflung bringen. Bin ich verrückt? Nein, die Ärzte sagen, es sei nicht der Fall. Da kann man an Wunder glauben. Ich bin ein Verdammter, ich befinde mich in der Hölle, wenn man Swedenborg glauben darf, und die Mächte strafen mich, rastlos, unbarmherzig. Die Geister, die ich heraufbeschwöre, haben keine Lust, wieder in die Flasche zu kriechen, von der ich das Insiegel genommen habe.
Der Abend desselben Tages, in einem guten Hotel erster Klasse der Stadt Malmö. Ich gehe um zehn Uhr zu Bett. Um halb elf fängt man an im Korridor Holz zu spleissen, ohne dass jemand seine Unzufriedenheit darüber äussert; und zwar in einem kontinentalen Hotel voller Reisender. Danach wird getanzt! Später dreht man an einer Maschine mit Räderwerk ... Ich stehe auf, bezahle die Rechnung und beschliesse meine Reise die ganze Nacht fortzusetzen.
Mutterseelenallein draussen in der kalten Januarnacht, gehe ich und schleppe meine Reisetasche, ermüdet und erschöpft, unter einem pechschwarzen Himmel. Einen Augenblick halte ich es für das Beste, mich in den Schnee zu legen und zu sterben. Aber im nächsten Moment sammle ich meine Kräfte und biege in eine öde Hinterstrasse ein, wo ich ein anspruchsloses Hotel antreffe. Nachdem ich mich vergewissert habe, dass niemand mich auskundschaftet, schleiche ich durch das Tor hinein.