Ein wenig überrascht, nimmt er die Zigarre wieder auf und tut so, als begreife er nichts. Aber derselbe Streich wiederholte sich drei Male hintereinander. Da wird der Kleingläubige bleich wie der Tod; ohne ein Wort zu sagen, räumt er das Feld, während seine Freunde verblüfft dasitzen.
Bei der Heimkunft wurde der Verwegene von einer neuen Überraschung erwartet. Ohne sichtbare Ursache begannen seine beiden Hände auf Art des Masseurs den ganzen Körper, der durch zu fleissiges Trinken wirklich unnötig beleibt worden war, zu reiben oder richtiger zu kneten. Diese unfreiwillige Massage wurde ohne Unterbrechung ganze vierzehn Tage fortgesetzt.
Doch nach Verlauf dieser Zeit hält sich der Ringer für vollständig erstarkt, um wieder auf der Arena aufzutreten. Er mietet ein Hotel und ladet seine Freunde zu einem Balthasarfest ein, das drei ganze Tage dauern soll. Er will nämlich der Welt zeigen, wie der Übermensch (Nietzsche!) die Dämonen des Weines bezwingen kann. Man hat den ganzen ersten Tag getrunken, und die Nacht fällt herab, und mit ihr fällt der Kämpe. Aber ehe er es verloren gibt, nehmen die Dämonen des Weins diese überlegene Seele in Besitz und flössen ihm eine solch unbändige Tollheit ein, dass er seine Gäste durch Türen und Fenster hinauswirft. So endigt das Fest. Worauf der Wirt nach einer Pflegeanstalt gebracht wird!
So hat man mir das Abenteuer erzählt, und es tut mir leid, es wiedergegeben zu haben ohne die Tränen, die man dem Unglück schuldig ist.
Doch der Angeklagte hat einen Verteidiger für seine Sache gewonnen, einen jungen Doktor, der ihm seinen Beistand im Kampf gegen den Ewigen anbietet.
Ist es vermessen diese beiden Tatsachen zusammenzuwerfen: der Doktor plädiert für den Lästerer, und der Doktor bricht sich ein Bein. Hat der Zufall sein Pferd erschreckt, dass es scheu wurde und den Wagen umwarf? Ich frage nur. Und wie ging es zu, dass der Doktor, nachdem er mehrere Monate zu Bett gelegen hatte, "mit zerrissener Hüftsehne" wieder aufstand; dass sein vorher klarer und fester Blick einen wilden und sonderbaren Ausdruck angenommen hatte, wie bei einem Menschen, der seiner selbst nicht mehr mächtig ist?
Brauche ich darauf zu antworten? Wenn man mit einem Ja antwortet, werde ich die Erzählung bis zum Ende fortsetzen.
Dieser Doktor, ein guter Kerl, einsichtig und ehrlich, kam eines Tages gegen Ende des Sommers und vertraute mir an, er werde von Schlaflosigkeit geplagt, und ein seltsames Kitzeln wecke ihn des Nachts und lasse ihm nicht eher Ruhe, bis er aufstehe. Wenn er eigensinnig liegen bleibe, stelle sich Herzklopfen ein.
—Nun? Schloss er und erwartete meine Antwort mit einer allzu deutlichen Unruhe.
—Ganz ebenso war es mit mir! Erwiderte ich.