—Er ist es nicht, der vor mir spukt, das brauche ich dir wohl nicht erst zu sagen. Es ist seine Leiche, und es betrübt mich, sagen zu müssen, dass er unter aufregenden Umständen starb. Denke dir, ein junger talentvoller Mann, der ein vielversprechendes Debut in der Literatur gemacht hat, muss an einer Krankheit sterben, die sehr wenig bekannt ist, Tuberkulosis miliaris; durch die sein Körper eine solche Auflösung durchmachte, dass nichts anderes von ihm übrig bleibt, als ein Hirsesack.
—Und nun spukt seine Leiche vor dir?
—Du willst nicht begreifen, was ich meine; lassen wir die Sache——
Mit schwankender Gesundheit und einer Natur, die ebenso launenhaft wie das Aprilwetter ist, scheint mein Freund an weitvorgeschrittener Nervosität zu leiden; und als ich im Februar von ihm wegziehe, will er nach Sonnenuntergang niemals allein nach Haus gehen.
Da trifft ihn ein Missgeschick von wesentlich ökonomischer Art; ein Prozess soll angestrengt werden, und wir fürchten, dass er sich das Leben nehmen wird, nach gewissen Äusserungen zu urteilen, die er von Zeit zu Zeit fallen lässt!
Neuverlobt, wie er ist, sieht er der Zukunft mit recht düsteren Aussichten entgegen. Aber satt gegen die Widerwärtigkeiten zu reagieren, unternimmt er eine Erholungsreise, um die Sorgen zu betäuben; und nach seiner Rückkehr versammelt er die Kameraden um sich und gibt Festessen. Mitten im Feiern gerät sein Körper in Unordnung, ihm wird verordnet, sich zu Bett zu legen, und er kann nicht darin bleiben infolge einer Diarrhöe, die zwei ganze Tage dauert.
Erst am zweiten Tag davon unterrichtet, begebe ich mich zu ihm. Ein Leichengeruch erfüllt das Haus; der Kranke ist schwarz im Gesicht geworden, so dass man ihn kaum wiedererkennt. Er liegt ausgestreckt auf dem Bett und wird von einem Freund und einer Krankenwärterin gepflegt, deren Hände er nicht einen Augenblick los lässt. Er ist aufgeschreckt, da er von den anhaltenden Plagen geschwächt ist.
Später, als er wieder gesund war, erzählte er mir, er habe eine Vision gehabt von fünf Teufeln in Gestalt roter Affen mit schwarzen Augen, die aufgekrochen auf dem Bettrand sassen und den Schwanz auf und ab bewegten.
Als er seine Kräfte wiedergewonnen hat und es ihm gelungen ist, die Geldsachen zu ordnen, erzählt er seinen Traum jedem, der ihn anhören will, und man amüsiert sich sehr darüber!
Von Zeit zu Zeit drückt er seine Verwunderung darüber aus, dass das Schicksal, das ihn bisher begünstigt hat, nun anfängt, ihn zu verfolgen: nichts will mehr gelingen, alles geht schief.