—Es stimmt, er ist mein Doppelgänger!
Das war ein Gelächter!
Ich halte mich hier einen Augenblick auf, um die üblichen Theorien darzulegen von der Erscheinung, die unter der Benennung Doppelgänger bekannt ist.
Die Theosophen nehmen sie als eine Tatsache an, indem sie zugeben, dass die Seele, oder der Astralleib, das Vermögen besitzt, den Körper zu verlassen und sich in eine quasi-materielle Gestalt zu kleiden, die unter günstigen Umständen für manche sichtbar wird. Alle sogenannten telepathischen Erscheinungen werden dadurch erklärt. Die Schöpfungen der Einbildungskraft haben keine Realität, aber die Visionen, die Hallucinationen besitzen eine Art Materialität. In derselben Weise unterscheidet man in der Optik zwischen virtuellen und wirklichen Bildern, von denen die letzten auf einen Schirm projiziert oder auf einer empfindlichen photographischen Platte fixiert werden können.
Angenommen, ein Abwesender erinnert sich meiner, indem er sich meine Persönlichkeit in seinem Gedächtnis hervorruft: dem Hervorrufenden gelingt es nur, ein virtuelles Bild von mir zustande zu bringen, und zwar durch eine freiwillige und bewusste Anstrengung. Angenommen, eine alte Tante von mir im fremden Lande sitzt am Piano, ohne an mich zu denken, und sieht mich dann persönlich hinter dem Instrument stehen: die Alte hat ein virtuelles Bild von mir gesehen. Und dies hat sich tatsächlich zugetragen, im Herbst 1895. Ich erinnere mich, dass ich damals in der französischen Hauptstadt eine furchtbare Krisis durchmachte, als meine Sehnsucht, im Schosse meiner Familie zu sein, bis zu dem Grad acht über mich bekam, dass ich das Innere des Hauses sah und für einen Augenblick meine Umgebung vergass, indem ich das Bewusstsein, wo ich mich befand verlor. Ich war dort, hinter dem Pianino, in welcher Gestalt es nun geschah, und die Einbildung der alten Frau spielte keine Rolle dabei.
Da sie übrigens in diese Art Erscheinung eingeweiht war und deren Tragweite kannte, sah sie darin einen Vorboten des Todes und schrieb, um zu erfahren, ob ich krank geworden sei!
Um dieses Problem besser zu beleuchten, will ich hier einen Aufsatz von mir einrücken, der 1896 in der "Initiation" stand und Berührungspunkte mit oben angeführten Vorfall hat.