—Unschuldig gestern, ja, aber nicht am Tage vorher!
—Jedenfalls war es kein Komplott, da das Mädchen mich ja nicht erkannte. Ein teuflischer Zufall....
—Ja, aber ein Zufall, dessen Fäden von einer Meisterhand geflochten waren!
Um sich etwas Zerstreuung zu verschaffen, unternahm mein Freund Martin eine Rundreise nach Norrland und Norwegen; er erwartete davon ein wirkliches Gefühl von Freiheit und viel Vergnügen.
Nach einigen Wochen begegnete ich Freund Martin auf einer Strasse in Lund.
—Hast du eine schöne Reise gehabt?
—Eine teuflische Reise! Jetzt weiss ich nicht mehr, was man glauben soll. Es gibt ganz gewiss jemand, der mich herausfordert, und der Streit ist ungleich. Höre nur! Ich kam nach Stockholm, um mich auf der grossen Ausstellung zu amüsieren, und obgleich ich in der Stadt fast hundert Freunde habe, traf ich nicht einen einzigen. Alle waren auf dem Lande! Allein!—Ich wohne einen Tag in meinem Zimmer und werde dann von einem andern hinausgeworfen, dem mein Bruder aus Versehen ein älteres Versprechen gegeben hat. Das Pech macht mich so stumpfsinnig, dass ich nicht in die Ausstellung gehe, und als ich mich—auf den Strassen herumtreibe, schliesse ich mich einem Mädchen an. In diesem Augenblick fällt eine schwere Hand auf meine Schulter nieder, und ein Onkel, sehr ernst angelegt, den ich nicht mehr als zweimal in meinem Leben gesehen habe, dem ich zuletzt von allen hätte begegnen mögen, ladet mich ein, den ganzen Abend mit ihm—und seiner Frau zusammen zu sein!
Alles, vor dem mir ekelt, muss ich schlucken! Das ist verhext!—Weiter, tausend Kilometer—allein!—in einem Eisenbahnwagen durch eine tödlich langweilige Landschaft.
Am Oreskutan, dem hauptsächlichen Ziel meiner Exkursion, gab es nur ein einziges Hotel, und in diesem Hotel hatten alle meine Antipathien sich zusammengefunden. Der Chef der Freikirchlichen weidete die Herde, und man sang Psalmen morgens, mittags und abends. Man hätte wütend werden können, aber es ging ganz natürlich zu. Nur eine Sache erscheint mir immer noch etwas wunderbar—hm! okkult! Nämlich dass man in diesem ruhigen und geordneten Hotel des Nachts Warenkisten zunagelte!
—Über deinem Kopf?