"Ich habe mich mit mehreren von denen unterhalten, die, ehe sie starben, der Welt entsagt und sich in die Einsamkeit zurückgezogen hatten, um dort ein Leben zu leben, das der Betrachtung der himmlischen Dinge gewidmet war, und so sich einen sicheren Weg zum Himmel zu bahnen; beinahe alle hatten ein düsteres und schwermütiges Aussehen, schienen verdriesslich darüber zu sein, dass die anderen ihnen nicht glichen und dass sie selbst nicht mit grösserer Ehre und einem glücklicheren Los belohnt worden waren; sie wohnen an verborgenen Orten und leben dort als Einsiedler beinahe auf gleiche Weise, wie sie in unserer Welt gelebt hatten. Der Mensch ist geschaffen, in Geselligkeit zu leben; in der Gemeinschaft und nicht in der Einsamkeit findet er zahlreiche Gelegenheiten, Christenmilde gegen den Nächsten zu üben...."
"Im einsamen Leben sieht man nur sich selbst, man vergisst alle anderen; daher kommt es, dass man bloss an sich selbst denkt, an die Welt nur, um sie zu fliehen oder sie zu vermissen, was das Gegenteil von christlicher Liebe ist."
Was die sogenannten ewigen Strafen betrifft, so tritt der Seher im letzten Augenblick als Erlöser auf, indem er uns einen Strahl von Hoffnung aufschimmern lässt.
"Die unter ihnen, für die man auf Erlösung hoffen kann, werden an verwüsteten Stellen ausgesetzt, die nur ein Bild von Trostlosigkeit bieten; und man lässt sie dort zurückbleiben, bis ihre Trauer darüber, sich dort zu befinden, sie auf die Höhe der Verzweiflung gebracht hat, weil das die einzige Art ein dürfte, das Böse und Falsche, das sie beherrscht, zu meistern. So weit gelangt, schreien sie, dass sie nicht besser sind als Tiere, dass sie voll sind von Hass und allerhand Greuel und dass sie Verdammte sind; man verzeiht ihnen das als Schreie der Verzweiflung, und Gott mildert ihren Sinn, damit sie sich nicht in Vorwürfen und Schmähungen ergiessen über die Grenzen hinaus, die festgestellt sind. Wenn sie alles gelitten haben, was gelitten werden kann, so dass ihr Körper gleichsam tot ist, bekümmern sie sich nicht darum, und man bereitet sie zur Erlösung. Ich habe einige von ihnen zum Himmel fortführen sehen, nachdem sie mit all den Leiden, von denen ich gesprochen habe, geprüft worden waren. Als sie dort eingelassen wurden, legten sie eine grosse Freude an den Tag, dass ich davon bis zu Tränen gerührt wurde."
Was die Katholiken conscientia scrupulosa, Gewissenszartheit, nennen, leitet seine Herkunft von böswilligen Geistern her, welche die Gewissensqual um nichts und wieder nichts erwecken. Es macht ihnen Freude, so eine Last auf das Gewissen zu legen, und dieses Verhalten hat nichts mit der Besserung des Sünders zu tun.
Ebenso gibt es ungesunde Versuchungen. Böswillige Geister rufen in der Tiefe der Seele all das Böse hervor, das sie seit der Kindheit begangen hat, und zwar so, dass es nach der schlimmen Seite verdreht wird. Aber die Engel entschleiern, was sich von Gutem und Wahrem bei dem Gemarterten findet. Das ist der Streit, der sich unter dem Namen Gewissensqual offenbart.
Ich bleibe hier stehen, weil ich meinem Meister unrecht tun würde, wenn ich das zerrisse, was er so gut zusammengewebt hat, und die Fetzen als Probestücke vorzeigte.
Swedenborgs Werk ist unermesslich umfassend, und er hat mir auf alle meine Fragen geantwortet, wie pochend sie auch gewesen sein mögen.
Unruherfüllte Seele, leidendes Herz, nimm und lies!