2. April.
Ein deutscher Schriftsteller bittet mich um meine Meinung über Fürst Bismarck, für Rechnung einer Zeitschrift, in welcher der Kanzler allgemeiner Abstimmung unterzogen wird.
"Ich muss einen Mann bewundern, der es verstanden hat, seine Zeitgenossen so anzuführen wie Bismarck. Sein Werk soll die Einheit Deutschlands sein, und doch hat er das grosse Reich in zwei geteilt, mit einem Kaiser in Berlin und einem in Wien."
Am Abend verbreitet sich ein Duft von Jasminblüten in meinem Zimmer, ein lieblicher Friede bemächtigt sich meines Gemüts, und ich schlafe ruhig diese Nacht. (Swedenborg sagt, dass die Gegenwart eines guten Geistes, eines Engels, sich durch balsamischen Duft verrät. Die Theosophen behaupten dasselbe, aber übersetzen Engel mit Mahatma.)
5. April.
Man erzählt mir, dass ein grosses Skulpturwerk von Ebbe, ein gekreuzigtes Weib darstellend, während des Transportes nach der Stockholmer Ausstellung zerschlagen worden ist. Ein Gegenstück: meines Freundes H. Gemälde mit dem gekreuzigten Weib, das für Schulden in Beschlag genommen und in einem Hof über dem Kehrrichtkasten aufgehängt wurde. (Siehe "Inferno".)
10. April
Las allerlei. Chateaubriands "Mémoires d'outretombe". Las Cases' Tagebuch von St. Helena. Wer war Napoleon? Von wem war er eine Reïnkarnation?
Geboren in Ajaccio, einer griechischen Kolonie, die ihren Namen von Ajax herleitet. 1. Ajax, Telamons Sohn, wurde von Odysseus besiegt; wahnsinnig vor Gram, machte er die Viehherden der Griechen nieder, im Glauben, Tod unter den Feinden zu verbreiten. Eines Tages, als einer von Trojas Schutzgöttern beide Heere in eine Wolke gehüllt hatte, um die Flucht der Trojaner zu begünstigen, rief er: Hoher Gott, schenk uns das Tageslicht wieder und kämpfe gegen uns. 2. Ajax, Sohn des Oïleus, litt Schiffbruch auf der Heimfahrt von der Belagerung Trojas, rettete sich auf eine Klippe, wo er trotzig gegen die Götter schalt; zur Strafe wurde er in die Tiefe des Meeres versenkt. Ajax, den Göttern trotzend, ist eine feststehende Wendung geworden.
Napoleon kam unvermutet zur Welt auf einem Teppich, der mit Darstellungen aus der Ilias geschmückt war.