Wir dinierten am Bastilleplatz, der Amerikaner, der französische Poet und ich. Das Gespräch hatte sich einige Stunden um Kunst und Literatur gedreht, als beim Dessert der Amerikaner in das Junggesellenbereich hinüber glitt. Sofort hörte man in der Wand das Trompeten des Elefanten. Ich tat so, als höre ich nichts, aber meine Begleiter gaben darauf acht und wechselten unter einer gewissen Verstimmung den Gesprächsstoff.
Ein anderes Mal frühstückte ich mit einem Schweden, und in einem ganz andern Lokal. Er sprach gleichfalls gegen Ende des Desserts, über Huysmans "Là bas" und wollte die schwarze Messe schildern. Im selben Augenblick trompetet es, aber dieses Mal mitten im Saale, der menschenleer war.
—Was war das? unterbrach er sich.
Ich antwortete nicht; und er setzte die unheimliche Schilderung fort.
Es trompetet noch einmal, und zwar so heftig, dass der Erzähler stecken blieb, erst ein Weinglas umgoss und dann die ganze Sahnenkanne über seine Kleider leerte. Jetzt liess er das Thema fallen, das mich quälte.
[Nachschrift.]
Wie der Leser wahrscheinlich durchschaut hat, ist diese zweite Abteilung "Jacob Ringt" ein Versuch, in sinnbildlicher Schilderung den religiösen Kampf des Verfassers zu zeichnen, und als solcher misslungen. Deshalb ist er ein Fragment geblieben und hat sich wie alle religiösen Krisen in ein Chaos aufgelöst. Daraus scheint hervorzugehen, dass das Forschen in den Geheimnissen der Vorsehung wie alles Himmelstürmende mit Verwirrung getroffen wird, und dass jeder Versuch, auf dem Weg des Räsonnements sich der Religion zu nähern, zu Absurditäten führt. Die Ursache ist wohl, dass die Religion wie die Wissenschaften mit Axiomen beginnt, welche die Eigenschaft haben, nicht bewiesen werden zu brauchen, und nicht bewiesen werden können; wenn man doch die selbstverständlichen notwendigen Voraussetzungen zu beweisen sucht, gerät man ins Sinnlose hinein.
Als der Verfasser 1894 prinzipiell seine Skepsis verliess, die alles intellektuelle Leben zu verwüsten gedroht hatte, und sich experimentierend auf den Standpunkt eines Gläubigen zustellen begann, erschloss sich ihm das neue Seelenleben, das in "Inferno" und diesen "Legenden" geschildert ist. Im Lauf der Sache, als der Verfasser allen Widerstand eingestellt hatte, sah er sich von Einflüssen, Kräften überfallen, die ihn in Stücke zu zerreisen drohten; und auf dem Weg zu ertrinken, griff er schliesslich nach einigen leichteren Gegenständen, die ihn schwimmend erhalten konnten; aber auch diese begannen zu weichen, und es war nur eine Frage der Zeit, wann er zu grunde gehen würde. In solchen Augenblicken wird der Strohhalm für das Auge des Erschreckten zu einem Baumstamm, und dann hebt der hervorgezwungene Glaube den Gesunkenen aus der Woge, so dass er auf dem Wasser gehen kann. Credo quia absurdum, ich glaube, weil das Ungereimte, das aus dem Räsonnement hervorgegangen ist, mich aufklärt, dass ich dabei war, eine Axiom zu beweisen. Und damit ist die Anknüpfung zu dem obigen gemacht.
Ein französischer Schriftsteller schrieb in den 80er Jahren ein Buch gegen die Jesuiten, und in diesem Buch fand ich neulich diesen Satz: "Im Jahr 1867 sagte ich in einem Revueartikel "Der providentielle Atheismus" voraus, dass Gott sich jetzt verbergen werde, um die Menschen zu zwingen, ihn desto eifriger aufzusuchen."