Ich entschuldige mich nicht, ich bitte nur den Leser, diese Tatsache zu behalten, falls es ihm einfallen, sollte, Magie auszuüben, besonders die Wirkung, die Bezauberung oder Behexung in eigentlichem Sinn heisst und deren Existenz de Rochas in seiner "Extériorisation de la sensibilité" festgestellt hat.

Ich erwachte an einem Sonntag vor Ostern, gehe in den Luxemburggarten, durchwandere ihn und überschreite die Strasse. Als ich unter die Arkaden des Odeon komme, bleibe ich unbeweglich vor den blauen Balzacbänden stehen, und durch einen Zufall greife ich "Seraphita" heraus. Warum gerade diesen Band?

Vielleicht eine halbbewusste Erinnerung, welche die Lektüre, der Zeitschrift "l'Initiation" hinterlassen hat, der Besprechung von "Sylva Sylvarum" mich einen Landmann Swedenborgs nannte.

Sobald ich nach Hause kam öffnete ich das Buch, das mir beinahe unbekannt war, so viele Jahre lagen zwischen der ersten Lektüre und dieser zweiten.

Es war völlig neu für mich, und jetzt, da mein Geist bereitet war, verschlang ich den Inhalt dieses ausserordentlichen Buches. Ich hatte noch nie etwas von Swedenborg gelesen, der in seinem und meinem Lande für einen Scharlatan, einen Narren, für unzüchtig galt, und wurde von Bewunderung und Entzücken ergriffen, als ich diesen himmlischen Riesen des vorigen Jahrhunderts durch den Mund des tiefsten der französischen Geister sprechen hörte.

Indem ich mit religiöser Andacht lese, komme ich zu Seite 16, wo der 29. März als Swedenborgs Todestag angegeben ist. Ich halte inne, denke nach und schlage den Kalender auf. Heute ist gerade der 29. März, und ausserdem ist es Palmsonntag.

So offenbarte sich Swedenborg als Zuchtgeist in meinem Leben, in dem er eine grosse Rolle spielen sollte, und brachte mir am Jahrestage seines Todes die Palmen des Siegers oder des Märtyrers!

"Seraphita" wird mein Evangelium und bringt mich wieder in so nahe Verbindung mit dem Jenseits, dass das Leben mich anekelt und ein unwiderstehliches Heimweh mich zum Himmel zieht. Kein Zweifel, ich werde für ein höheres Dasein vorbereitet! Ich verachte die Erde, diese weltliche Welt, diese Menschen und ihre Werke. Ich sehe in mir den Gerechten ohne Schuld, den der Ewige auf die Probe gestellt hat, und den das Fegefeuer dieser Welt einer baldigen Erlösung würdig machen wird.

Dieser Hochmut, den die vertrauliche Stellung zu den Mächten hervorruft, wächst immer dann, wenn meine wissenschaftlichen Untersuchungen gut fortschreiten. So gelingt es mir, Gold zu machen, nach meinen Berechnungen und den Beobachtungen der Metallurgen, und ich glaube es beweisen zu können. Ich sende Proben an einen befreundeten Chemiker nach Rouen.

Er beweist mir das Gegenteil meiner Versicherungen, und ich kann eine Woche nichts darauf antworten. Da blättere ich in der Chemie meines Schutzpatrons Orfila und finde das Geheimnis der Frage.