Bin ich Phlegyas, der für seinen Hochmut zur Todesstrafe der Angst im Tartarus verurteilt wurde? Oder Prometheus, der durch den Geier bestraft ward, weil er den Sterblichen das Geheimnis der Mächte enthüllt hatte?

(Indem ich dies schreibe, denke ich an die Szene in der Passion Christi; die Soldaten speien ihm ins Gesicht; die einen geben ihm Backenstreiche, die andern schlagen ihn mit Ruten, indem sie sagen: Christus, weissage uns, wer hat dich getroffen!—Mögen sich meine Jugendgenossen an die Stockholmer Orgie erinnern, auf welcher der Schreiber dieses Buches die Rolle des Soldaten spielte....)

Wer hat ihn getroffen? Die Frage ohne Antwort, der Zweifel, die Ungewissheit, das Geheimnis: das ist meine Hölle.

Möge er sich enthüllen, auf das ich mit ihm kämpfe, ihm Trotz biete!

Aber gerade davor hütet er sich, um mich mit Wahnsinn zu schlagen, mich mit dem schlechten Gewissen, das mich überall Feinde suchen lässt, zu geisseln. Feinde, das sind die, welche durch meinen bösen Willen verletzt worden sind. Und jedesmal, wenn ich einen neuen Feind aufspüre, wird mein Gewissen getroffen.

Als mich am andern Morgen, nachdem ich einige Stunden geschlafen habe, das Geplauder meiner kleinen Christine weckt, ist alles vergessen, und ich widme mich meinen gewöhnlichen Arbeiten, die auf dem rechten Wege sind. Alles, was ich schreibe, wird alsbald gedruckt; das beruhigt mich über meinen gesunden Menschenverstand und meine Intelligenz.

Die Zeitungen verbreiten das Gerücht, dass ein amerikanischer Gelehrter eine Methode, Silber in Gold zu verwandeln, gefunden habe. Das befreit mich von dem Verdacht, ein Schwarzkünstler, ein Verrückter, ein Scharlatan zu sein.

In diesem Augenblick bietet mir mein Freund, der Theosoph, der mich bisher unterstützt hat, die Hand, um mich für seine Sekte zu gewinne.

Er schickt mir die "Geheimlehre" der Frau Blawatsky, indem er schlecht seine Unruhe verbirgt, dass er meine Ansicht kennen lernen möchte; auch ich bin unruhig, weil ich argwöhne, dass unsere freundschaftlichen Beziehungen von meiner Antwort abhängen.

Diese "Geheimlehre", ein Sammelsurium aller sogenannten okkulten Lehren, ein Ragout aller wissenschaftlichen Ketzereien neuer und alter Zeit, nichtig und wertlos, wenn die Dame ihre eigenen Ansichten, die albern sind, vorbringt, ist interessant durch die Zitate aus wenig bekannten Schriftstellern und verabscheuungswert durch die bewussten oder unbewussten Betrügereien und durch die Fabeln über die Existenz der Mahatmas. Es ist die Arbeit eines Mannweibes, das den Rekord des Mannes hat schlagen wollen und sich einbildet, Wissenschaft, Religion, Philosophie gestürzt und eine Isispriesterin auf den Altar des Gekreuzigten erhoben zu haben.