Geschichtliches. Stadt und Herrschaft gehörte zu Anfang des 16. Jahrhunderts Joh. Kapiřz von Sulewitz, welcher sie 1530 an Dippold v. Lobkowitz verkaufte. Bei dieser Familie verblieb sie bis 1618. Bald darauf aber gelangte sie durch Kauf an den Grafen von Waldstein; Johann Friedrich Graf von Waldstein, Erzbischof zu Prag, erhob 1680 Dux und Oberleutensdorf zu einem Fideicommiss und vererbte sie 1694 an Johann Grafen von Waldstein-Wartenberg, nachmaligen Landesmarschall von Böhmen.
Spaziergänge.
Zur Riesenquelle, auch Grünze genannt, 20 Minuten an der Strasse nach Teplitz mit Fremdenzimmern, Gartenanlagen; enthält zugleich Gesundheitsbäder durch die in der Nähe befindliche Quelle.
Nach Ossegg ¾ Stunden. Der Weg führt unterhalb der Kirche an der Schlossgartenmauer, dann längs des Baches sehr angenehm.
*Ossegg, 1100 E., Marktflecken am Fusse des Erzgebirges.
Gasthöfe: Hôtel »zum Kaiser von Oesterreich« mit Garten-Restauration; Gasthof »zur Weilburg«.
Bahnhof der Dux-Bodenbacher und der Dux-Prager Bahn.
Ossegg kommt als Sommeraufenthaltsort immer mehr in Aufnahme.
Sehenswürdigkeiten: Die *Stiftskirche des Cistercienserstiftes.
Die Errichtung dieses Stiftes reicht in das Jahr 1196 zurück, in welchem Slavko von Riesenberg (od. eigentlich Riesenburg), der damalige Besitzer der hiesigen Gegend, die schon im Jahre 1193 durch Johann Milgost aus Waldsassen in Baiern nach dessen Besitzung Maschau bei Kaaden berufenen Geistlichen des Cistercienser-Ordens, welche daselbst durch häufige Ueberfälle von Räubern sehr beunruhigt und zur Verlegung ihres Sitzes gezwungen wurden, bei sich aufnahm, ihnen die bereits früher hier bestandene Marienkirche abtrat und die neue Niederlassung durch mehrere Dörfer und andere Geschenke so reich dotirte, dass sie dadurch für den Verlust ihrer früheren Besitzungen zu Maschau, welche ihnen Milgost, aus Verdruss darüber, dass sie ohne sein Vorwissen ihren Sitz verändert hatten, wieder entzog, schadlos gehalten wurden. König Přemysl Ottokar I. bestätigte 1203 die neue Stiftung, nahm sie in seinen königl. Schutz und beschenkte sie mit neuen Gütern und Vorrechten. Aber schon 1249 überfiel Přemysl Ottokar, Markgraf von Mähren, das Kloster, welches sich auf die Seite seines Vaters Wenzel I. von Böhmen geschlagen hatte, jagte sämmtliche Geistliche weg und gab das Kloster den Soldaten preis. Zwar entschädigte er, nachdem er selbst König von Böhmen geworden, dasselbe in reichem Masse für die erlittenen Verluste, aber nach seinem Tode (1278) wurde es neuerdings durch die Truppen Rudolfs von Habsburg zerstört und ausgeplündert. Kaum wieder hergestellt, gerieth es 1341 neuerdings in Brand, bis es 1421 von den Pragern und 1429 von den Taboriten dergestalt zerstört und verwüstet wurde, dass es lange Zeit ganz verödet blieb. Erst vom Jahre 1626 an begann es wieder aufzuleben; es wurden jetzt Kloster und Kirche in ihrer gegenwärtigen Pracht erbaut.