Fahrgelegenheiten sind zu haben im »Hôtel Krebs« (Ferd. Krombholz), im Gasthof »zum Hirschen«, sowie Einspänner bei dem Lohnfuhrwerker Kühnel in der Langen Gasse.
Die Stadt Leitmeritz, ehemals königliche Stadt, liegt am rechten Ufer der Elbe, dort, wo dieser Strom in das deutsche Sprachgebiet tritt und sich seinen Lauf durch das böhmische Mittelgebirge zu bahnen sucht.
Leitmeritz zählte am 31. December 1880 in über 900 Häusern ca. 10.900 anwesende Personen, welche Bevölkerungszahl sich mit den Studenten auf rund 12.000 erhöht. 1869 betrug die Einwohnerzahl in 800 Häusern 10.023. Die geographische Lage ist 50° 31´ 38´´ nördl. Br. und 31° 47´ 50´´ östl. Länge. Sich ansehnlich über das Niveau des Flusses erhebend, bietet die Stadt von der Elbe, sowie von der Theresienstädter Strasse aus einen ungemein malerischen Anblick. Im Vordergrunde sind die hervorragendsten Gebäude der Stadt, nämlich die Elbschlossbräuerei, die bischöfliche Residenz, die Villa Georg, das bischöfliche Seminar mit der Jesuitenkirche, die Klosterschule u. s. w., dann lehnt sich unmittelbar hinter der Stadt gegen Norden eine Hügelkette, die Maschkahora (auch mastna hora, eigentlich mostská hora) an, die dann an die waldbedeckten Höhen des Mittelgebirges, an den »Kreuzberg« mit dem »langen Berge«, den Hradischken und im Westen an die Radebeule (fälschlich Radobyl genannt) anschliessen. Die Berge ringsumher gehören der Basaltformation an, während im Thale Plänerkalk mit Sandstein und dem reinen Angeschwemmten der Elbe wechseln. Nach Süden öffnet sich die weite Ebene ins Innere Böhmens, welche bloss den »Říp« (Georgsberg) bei Raudnitz als bedeutendere Bodenerhebung aufzuweisen hat.
Leitmeritz, bis vor wenigen Jahren die bedeutendste Stadt des nach ihr benannten Kreises, hat sich weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus einen bedeutenden Ruf als Schulstadt erworben; die Mittelschulen erfreuen sich eines sehr zahlreichen Besuches.
Das k. k. Obergymnasium ist seit 1879 in einem palastartigen neuen Gebäude untergebracht.
Die Communal-Oberrealschule wurde in ihrer heutigen Gestalt 1864 eröffnet und befindet sich seit 1865 in einem neuen prachtvollen Gebäude.
Die k. k. Lehrerbildungsanstalt ist leider nur nothdürftig untergebracht.
Die theologische Lehranstalt, in Verbindung mit einem bischöflichen Priesterseminar, befindet sich in den Räumen des ehemaligen Jesuitencollegiums.
Das Taubstummen-Institut wurde 1858 gegründet und wird vornehmlich vom Lande unterstützt.