Aus Furcht vor ihm trugen die Menschen ihre Toten vor das Dorf hinaus, damit er sich ernähren möge, ohne die Lebenden zu belästigen. Sooft einer dorthin kam, waren die Leichen über Nacht verschwunden. Schließlich wurde er so gräßlich, daß die mächtigsten Zauberer zusammenkamen, ihn mit Hilfe ihrer Zauberkräfte fesselten, ihm Hände und Füße zusammenbanden, so daß er keinen weiteren Unfug stiften konnte. Und obwohl er gefesselt war und sich nicht bewegen konnte, hatte er doch noch immer die Kraft Krankheit zu verbreiten und die Menschen unglücklich zu machen.
Um böse Geister am Wandern zu hindern und daran, aus böser Absicht sich toter Körper zu bemächtigen und sie so scheinbar zu beseelen und eingedenk der Fesselung dieses einen Bösen, werden seither die Toten nicht mehr ausgestreckt, sondern mit Hand und Fuß, in der gleichen Stellung wie der Böse, gefesselt und so in die Grabkästen gelegt.
Das Sternbild Udlegdjun
Drei Männer gingen mit einem Schlitten auf die Bärenjagd und nahmen einen kleinen Jungen mit. Als sie an den Rand der See kamen, sahen sie einen Bären und wandten sich zur Verfolgung. Obwohl die Hunde sehr schnell liefen, konnten sie ihm doch nicht näher kommen und plötzlich bemerkten sie, daß der Bär sich in die Luft hob und ihr Schlitten ihm folgte. In diesem Augenblick verlor der Knabe einen seiner Fäustlinge, und wie er ihn aufheben wollte, fiel er vom Schlitten. Da sah er die Männer höher und immer höher steigen, und schließlich wurden sie in Sterne verwandelt. Der Bär wurde der Stern Nanugdjung (Beteigeuze), die Verfolger die Sterne Udlegdjun (der Gürtel des Orion) und der Schlitten die Sterne Kamutigdjung (das Schwert des Orion). Bis zum heutigen Tag verfolgen die Männer noch den Bären. Der Knabe ist jedenfalls ins Dorf zurückgekehrt und hat erzählt, wie die Männer verloren gegangen sind.
Herkunft der Inuit
Ein Mann wurde geschaffen aus nichts. Im Sommer wanderte er, bis er in einem anderen Land ein Weib fand. Die beiden wurden Mann und Frau, und von ihnen stammt all das Volk, das hier wohnt, ab.
Die Abstammung der Indianer und Europäer
Savirgong, ein alter Mann, lebte allein mit seiner Tochter. Sie hieß Niviarsiang (das Mädchen), aber weil sie keinen Mann nehmen wollte, wurde sie auch Uinigumisuitung (die keinen Mann nehmen will) genannt. Alle ihre Liebhaber wies sie ab, aber zuletzt gewann doch ein weiß und rot gefleckter Hund, der Jjirgang gerufen wurde, ihre Neigung und sie nahm ihn zum Gemahl. Sie hatten zehn Kinder; fünf davon waren Adlets (Indianer) und fünf waren Hunde. Der untere Teil des Körpers der Adlets war der eines Hundes und mit Ausnahme der Sohlen ganz behaart; der Oberkörper glich aber dem eines Mannes. Als die Kinder heranwuchsen, wurden sie sehr gefräßig, und da der Hund Jjirgang überhaupt nicht ausging zu jagen, sondern seinen Schwiegervater für die ganze Familie sorgen ließ, wurde es für Savirgong schwierig alle zu füttern. Überdies waren die Kinder sehr unruhig und lärmend, so daß der Großvater ihrer schließlich überdrüssig wurde und die ganze Familie in ein Boot steckte und auf eine Insel führte. Dem Hund Jjirgang trug er auf, jeden Tag die Nahrung holen zu kommen.
Niviarsiang hing ihm ein Paar Stiefel über den Nacken, und er schwamm dann über den schmalen Kanal. Aber Savirgong füllte, statt ihm Essen zu geben, die Stiefel mit schweren Steinen, die Jjirgang ertränkten, als er versuchte zurückzukehren.
Die Tochter sann auf Rache für den Tod ihres Mannes. Sie schickte die jungen Hunde zur Hütte ihres Vaters und hieß sie seine Füße und Hände annagen. Dafür warf wieder Savirgong Niviarsiang, als sie einmal zufällig in seinem Boot war, über Bord und schnitt ihr, als sie sich an den Planken hielt, die Finger ab; wie die ins Wasser fielen, wurden sie in Seehunde und Wale verwandelt. Schließlich erlaubte er ihr aber doch ins Boot zu steigen.