Die Geschworenen ziehen sich zurück, und nach einer Viertelstunde Anstands-Beratung geben sie ihr Urteil ab: „Salvatore ist unschuldig – mit allen Stimmen.“
Salvatore wird sofort auf freien Fuß gesetzt. Er geht mit den Zeugen, Elvira und ihren Neuvermählten eingeschlossen, in den nächsten Saloon, wo sie eine Flasche Tequila leeren, wobei sie der Reihe nach die Flasche an den Mund führen, weil Gläser zu unbequem sind.
Am Nachmittag desselben Tages ist Salvatore bereits wieder in der Grube.
Am Abend des nächsten Tages ist Tanz. Salvatore ist auch da. Er findet eine neue Frau, die sehr hübsch ist und noch in der Nacht in sein Haus einzieht.
Nachmittags geht sie aus, um ihre Habseligkeiten, die sie in einem Schilfkorbe aufbewahrt, von ihrer bisherigen Unterkunftsstelle zu holen und in das neue Heim zu bringen.
Am Abend – Salvatore ist schon längst von der Arbeit heimgekehrt – sieht sie plötzlich, während sie die Frijoles auf den Tisch stellen will, eine alte Konservenbüchse mit einer schmökenden Zündschnur daran, mitten auf dem Fußboden liegen.
Sie konnte noch rechtzeitig entweichen. Aber von Salvatore ist nicht einmal mehr ein Hosenknopf übrig geblieben, den sie als trauernde Witwe hätte beweinen können.
Anmerkungen zur Transkription
Quelle: Simplicissimus. Illustrierte Wochenschrift. München 1925, H. 20, S. 290-292. Dies ist die Erstveröffentlichung dieser Erzählung. Sie wurde später in den Erzählungsband Im Busch aufgenommen.
Die ursprüngliche Rechtschreibung und Zeichensetzung wurden beibehalten.