Spät am folgenden Morgen wachte ich auf, wundervoll ausgeruht und mich so kräftig fühlend, wie seit langer Zeit nicht mehr.
Als ich auf dem Bettrand saß und mich lässig ankleidete, fiel mir der letzte Traum ein, und ich mußte gestehen, daß ich mich keines Traumes erinnern konnte, der so klar und so logisch sich abgewickelt hatte wie dieser.
Ich langte nach meinen Stiefeln und fand es höchst merkwürdig, daß sie nicht auf dem Stuhl standen und mit Papier ausgestopft waren. Durch Erfahrung gewitzigt, hatte ich mir angewöhnt, wenn ich im Busch oder im Dschungel lebte und die Stiefel des Abends ausziehen konnte, sie auszustopfen und hoch zu stellen, um zu verhindern, daß Skorpione darin versteckt waren, wenn ich mich des Morgens eilig anzukleiden hatte.
Aber die Stiefel standen nicht auf dem Stuhl, sondern unter dem Bett, und als ich das bemerkte, fiel mir ein, daß ich sie dorthin hatte fallen lassen, als ich wieder ins Bett zurückkehrte, nachdem der Indianer gegangen war und ich mich so müde fühlte, daß ich nicht die Kraft mehr aufbringen konnte, die Stiefel auszustopfen, als ich halb schon wieder schlafend ins Bett rollte.
Nun sprang ich sofort zum Bücherbrett. Die Blechbüchse stand nicht mehr dort. Ich sah mich um und fand, daß sie auf dem Tische stand. Leer. Das Papier, in das die Schmuckstücke gewickelt waren, lag zerrissen auf dem Fußboden. Kein Anzeichen war zu entdecken, wo die Sachen sein mochten und auf welche Weise sie verschwunden sein konnten. Die Tür war noch immer sorgfältig verschlossen, von innen, mit dem schweren Querbalken davor, genau so, wie ich sie gestern abend und alle Abende vorher gesichert hatte.
Ich stürmte hinüber zum Hügel. In fieberhafter Eile räumte ich die zugeschüttete Höhle aus, fand es aber völlig aussichtslos, zwischen den Steinen, der Erde, dem Gebüsch, womit ich gestern nachmittag die Höhle aufgefüllt hatte, irgend etwas zu entdecken, das mich auf die Spur meiner verlorenen Schätze bringen mochte.
Wo, um aller törichten Träume willen, hatte ich nur in meiner Schlaftrunkenheit dieses Zeug hingeschleppt?
Vergeblich marterte ich mein Hirn und hämmerte in meinem Gedächtnis herum. Nicht eine einzige Idee kam mir, der nachzugehen sich hätte lohnen können.
Vielleicht die Schweine? Es war zwar lächerlich, das in Erwägung zu ziehen, aber versuchen konnte ich es ja, ich brauchte ja niemand etwas von diesem Aberglauben zu erzählen.
Jedoch die Schweine habe ich niemals wieder gesehen.