Hineinholen in einen Hafen, in eine kleine Bucht, ein Dock u. s. w. bedeutet, mit großer Vorsicht, wenn nöthig mit Hülfe von Tauen, ein Schiff an eine bestimmte Stelle leiten.

Jolle, ein kleines, etwa 5 m langes, aber verhältnißmäßig breites und tiefes Arbeitsboot, welches gewöhnlich von 4 bis 6 Matrosen gerudert wird.

Kette durchholen, das allmähliche Anspannen der Ankerkette, wenn infolge von Strömung oder Wind das Schiff in Bewegung kommt, bis die Kette straff gespannt ist.

Knoten ist die Bezeichnung für die Geschwindigkeit eines Schiffes in einem gegebenen Augenblick, und die durch das Schiff in einer Stunde zurückgelegte Seemeilenzahl entspricht dieser Knotenzahl, wenn die Fahrt des Schiffes eine gleichmäßige war. In diesem Falle legt dann das Schiff in einer Stunde ebenso viele Seemeilen zurück, als bei dem Fahrtmessen (Loggen) in dem Zeitraum von 14 Sekunden Knotenlängen von der Meßleine ausgelaufen waren. So wird man von einem Segelschiff, bei welchem die Geschwindigkeit fast nie eine ganz gleichmäßige ist, weil die Stärke des Windes sich häufig ändert und auch die häufige Aenderung der Windrichtung von Einfluß auf die Schiffsgeschwindigkeit ist, nie sagen können, daß es x Seemeilen läuft, sondern nur: es hat beim letzten Loggen x Knoten gemacht. Aber auch die Geschwindigkeit der Dampfschiffe ist Störungen durch Wind und Seegang, durch kleine Unregelmäßigkeiten in dem Gang der Maschine unterworfen, sodaß auch bei diesen die Bezeichnung der Geschwindigkeit durch Knoten die richtigere ist, zumal man bei dieser Bezeichnung stets weiß, daß die Angabe sich immer nur auf die in einer Stunde zurückgelegte Strecke oder, wenn es sich um die höchste Leistungsfähigkeit eines Schiffes handelt, auf diejenige Seemeilenzahl bezieht, welche das Schiff in einer Stunde zurücklegen kann. Aber auch in dem Falle, daß sich derartige Störungen nicht geltend machen, kann man doch nicht mit Sicherheit die Geschwindigkeit eines Schiffes durch ein bestimmtes Längenmaß ausdrücken, weil man hierbei nicht die Meeresströmungen mit in Ansatz bringen kann, denn ein Schiff kann sehr wohl in einer Stunde 16 Seemeilen durch das Wasser, dabei aber bei dem Vorhandensein von z. B. 2 Knoten Gegenstrom nur 14 Seemeilen über den Grund gemacht haben; die Bezeichnung durch Knoten wird also auch hier immer die richtigere sein.

Kutter, 7 bis 9 m lange Boote, welche von 10 bis 12 Matrosen gerudert werden und die laufende Verbindung zwischen den zu Anker liegenden Schiffen und dem Lande unterhalten, auch als Offiziersboote benutzt werden. Bei einer Ausschiffung des Landungscorps nehmen die Kutter die Vorhut auf und landen demgemäß auch als die ersten Boote. Auf See dienen sie als Rettungsboote.

Lee, vom Schiffe aus gerechnet diejenige Seite, nach welcher der Wind hinweht.

Leichterprähme, offene Fahrzeuge, um die Lasten eines Schiffes an Land zu bringen oder umgekehrt. Sie erleichtern das Schiff.

Lothgänger, Matrosen, welche das Handloth bedienen. Zu diesem Dienst sind besonders gewandte und zuverlässige Leute erforderlich.

Luv, vom Schiffe aus gerechnet diejenige Seite, von welcher der Wind herkommt.

Marssegel, die mittelsten und wichtigsten Segel eines jeden Mastes. Die untersten Segel werden „Untersegel“ genannt, darüber stehen die „Marssegel“, über diesen die „Bram-“ und darüber die „Oberbramsegel“.