(Marchbanks.) Wie?
(Morell in guter Laune herausplatzend:) Na, Sie Dummkopf. (Aber dies geräuschvolle Wesen verletzt sowohl ihn selbst als auch Eugen. Er hält inne und fährt mit liebevollem Ernst fort:) Nein, Scherz beiseite, mein lieber Junge! in einer glücklichen Ehe wie die unsere ist die Rückkehr der Frau in ihr Haus etwas sehr Heiliges. (Marchbanks sieht ihn rasch an, und errät beinahe im voraus, was er sagen will.) Aber ein lieber Freund, eine wirklich vornehme, sympathische Seele ist bei einer solchen Gelegenheit nicht im Wege,—der erstbeste Besucher wäre es allerdings. (Der gehetzte, erschreckte Ausdruck kommt plötzlich und lebhaft in Eugens Gesicht, sowie er begreift. Morell, mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, fährt, ohne es zu bemerken, fort:) Candida dachte, ich würde Sie vielleicht lieber nicht hier haben, aber sie hatte unrecht. Ich habe Sie sehr lieb, Eugen; und ich möchte es auch Ihretwegen, daß Sie sehen, wie schön es ist, so glücklich verheiratet zu sein wie ich.
(Marchbanks.) Glücklich? Ihre Ehe? Das meinen Sie, das glauben Sie wirklich?
(Morell heiter:) Ich weiß es, mein Junge. Laroche-foucauld behauptet zwar, daß es höchstens passende, aber keine glücklichen Ehen gäbe. Sie können sich nicht vorstellen, wie wohl es tut, einen so abgefeimten Lügner und verderbten Zyniker zu durchschauen! Ha, ha! Nun aber fort in den Park und schreiben Sie Ihr Gedicht! und vergessen Sie nicht: Punkt halb zwei Uhr! Wir warten niemals mit dem Essen auf jemand.
(Marchbanks wild:) Nein, halten Sie ein, Sie sollen es auch nicht!
Ich will alles ans Licht bringen.
(Morell verwundert:) Wie? Was wollen Sie ans Licht bringen?
(Marchbanks.) Ich muß mit Ihnen sprechen. Es gibt etwas, das zwischen uns erledigt werden muß.
(Morell mit einem belustigten Blick nach der Uhr:) Jetzt?
(Marchbanks leidenschaftlich:) Jawohl, jetzt. Ehe Sie dieses Zimmer verlassen. (Er weicht ein paar Schritte zurück und steht so, als ob er Morell den Weg zur Tür versperren wollte.)
(Morell ernst, ohne sich zu rühren, da er begreift, daß es sich um etwas Ernstes handelt:) Ich will es gar nicht verlassen. Ich dachte, Sie wollten gehen.—(Eugen ist von seinem sicheren Ton verwirrt und wendet ihm, sich krümmend vor Verdruß, den Rücken zu. Morell geht zu ihm hin und legt die Hände auf seine Schultern, fest und gütig, ohne Marchbanks Versuche, ihn abzuschütteln, zu beachten.) Na—setzen Sie sich ruhig und erzählen Sie mir, was los ist. Und bedenken Sie eines: wir sind Freunde und brauchen nicht zu fürchten, daß einer von uns anders als geduldig und gütig zu dem andern sein werde, was wir einander auch mögen zu sagen haben.