(Proserpina erleichtert:) Oh, weiter nichts?

(Morell mit einer Melancholie, die einem Manne Genuß ist, dessen Stimme sie schon so schön auszudrücken vermag:) Ah, Sie glauben das auch nicht,—jedermann sagt es, niemand glaubt es, niemand! (Schnell zu seinem Gegenstande zurückkehrend:) Gut, gut! Na, Fräulein Proserpina, können Sie keinen Tag für die Hausierer finden, wie ist's mit dem fünfundzwanzigsten,—der war noch vorgestern frei.

(Proserpina aus dem Vormerkbuch:) Auch vergeben—an die Fabier.

(Morell.) Hol' der Geier die Fabier! Ist der achtundzwanzigste gleichfalls vergeben?

(Proserpina.) Bankett in der City. Sie sind von den Hüttenbesitzern zum Speisen eingeladen.

(Morell.) Das geht, ich werde eben statt dessen nach Hoxton gehen. (Sie trägt diese Verpflichtung schweigend ein, mit unerschütterlicher Verachtung gegen diese Hoxtoner Anarchisten, die sich in jeder Linie ihres Gesichtes spiegelt. Morell reißt das Streifband eines Exemplars des "Church Reformer" ab, das mit der Post angekommen ist, und überfliegt den Leitartikel Stewart Hedlams und die Mitteilungen der Gilde von Sankt Matthäus. Diese Vorgänge werden alsbald durch das Erscheinen des Unterpfarrers Morells, Alexander Mill, unterbrochen. Er ist ein junger Mensch, den Morell von der nächsten Missionstelle der Universität bezogen hat, wohin er von Oxford gekommen war, um dem East-End von London die Wohltat seiner akademischen Bildung angedeihen zu lassen. Er ist ein eingebildeter, gutgesinnter, unreifer Mann, von enthusiastischer Natur. Nichts absolut Unausstehliches ist in seinem Wesen außer der Gewohnheit, um eine gezierte Sprache zu erzielen, mit sorgsam geschlossenen Lippen zu reden und eine Menge Vokale schlecht auszusprechen, als ob dies das Hauptmittel wäre, die Bildung Oxfords unter den Pöbel Hackneys zu tragen.)

(Morell, den er durch eine hündische Unterwürfigkeit für sich gewann, blickt nachsichtig von seiner Lektüre im "Church Reformer" auf und bemerkt:) Nun, Lexi, wieder verschlafen, wie gewöhnlich?

(Mill.) Leider ja. Ich wollte, ich könnte des Morgens leichter aufstehen.

(Morell freut sich der eigenen Energie:) Ha, ha! (launig:) "Wache und bete", Lexi, "wache und bete".

(Mill.) Ich weiß. (Er benützt diese Gelegenheit sofort, um einen Witz zu machen.) Aber wie kann ich wachen und beten, wenn ich schlafe; —hab' ich nicht recht, Fräulein Prossi?