„Palastartig. Die reinen Säle.“
„Da ist jeder Luxus, den sich ein Pferd wünschen kann, einschließlich einer Menge von Bedienten, um ihm aufzuwarten. Sie bemerken hoffentlich die Zahlen. Es sind die Kosten des Gebäudes und der jährlichen Ausgaben für jedes Pferd.“
„Ich sehe es.“
„Hier ist das Äußere eines Hauses. Was halten Sie davon?“
„Es ist sehr malerisch in seinem verfallenen Zustand.“
„Malerisch! Würden Sie darin leben wollen?“
„Nein,“ sagte Erskine. „Ich sehe nichts wirklich Malerisches daran. Was hat Sie denn veranlaßt, eine solche verkommene alte Räuberhöhle zu photographieren?“
„Hier ist eine Aufnahme des besten Zimmers darin. Die Photographie gibt Ihnen ein treues Bild von dem zerbrochenen Fußboden und den verklebten Fensterscheiben, aber den Schmutz und den Geruch in dem Zimmer müssen Sie sich selber vorstellen. Einige von den Flecken kamen durch den durchsickernden Regen, andere durch den Dunst und den Schmutz. Der Hausverwalter hat das Haus von einem Pair und vermietet es weiter. Drei Familien wohnten in diesem Zimmer, als ich es aufnahm. Sie können an den Zahlen in der Ecke sehen, daß es dem Besitzer mehr einbringt als durchschnittlich ein Haus in den feineren Teilen Londons. Hier ist der Keller. Er ist an eine Familie für anderthalben Schilling die Woche vermietet, was für besonders billig gilt. Die Sonne scheint natürlich niemals hier herein. Ich habe ihn bei Blitzlicht aufgenommen. Zu der Miete müssen Sie den Betrag für eine genügende Menge schlechten Bieres hinzufügen, die den Mieter unempfindlich gegen den Schmutz in seiner Wohnung macht. Bier ist das Chloroform, das den Arbeiter befähigt, die schwierige Operation des Lebens auszuhalten. Deshalb können wir uns auch immer, wenn wir beim Wein sitzen, gegenseitig versichern, das Elend all dieser Lumpen komme nur durch das gewohnheitsmäßige Saufen. Wir verübeln ihm das, denn wenn er das Leben ohne Bier ertragen könnte, würden wir das Geld für das Bier sparen — und ihn gegen niedrigere Löhne kaufen können. Kurz gesagt, wir würden reicher und er nüchterner sein. Hier ist der Hofraum, die Zustände sind unbeschreiblich. Sieben von den Bewohnern hatten vor Jahren in der Spinnerei meines Vaters gearbeitet. Das heißt, sie hatten einen großen Teil der ungeheuren Geldsummen geschaffen, auf die ich Sie zu Ihrem Mißvergnügen vorhin aufmerksam machte.“
„Das war ich nicht,“ sagte Sir Charles zaghaft.
„Sie können sehen, wie sehr ihre Lage gegen die der Pferde meines Vaters zurücksteht. Die sieben Mann, die ich erwähnte, wurden mit dreihundert andern durch dieses hier auf die Straße gesetzt.“ Hier schlug er ein Blatt um und zeigte die Photographie einer komplizierten Maschine. „Sie ermöglichte es meinem Vater, auf ihre Dienste zu verzichten und dafür ein paar Frauen und Kinder einzustellen. Er hatte das Patent der Maschine für fünfzig Pfund von dem Erfinder gekauft, denn dieser war fast ruiniert durch die Ausgaben seiner Erfindertätigkeit und würde für eine Handvoll bares Geld alles geopfert haben. Hier ist ein Porträt meines Vaters in seinen Freimaurerabzeichen. Er glaubte, daß die Freimaurer im allgemeinen in der Welt vorwärtskämen, und da es der Hauptplan seines Lebens war, vorwärtszukommen, so trat er zu ihnen über und wollte, daß ich dasselbe tun sollte. Aber ich wollte von diesen angeblich geheimen Gesellschaften und ihrem Hokuspokus nichts wissen und weigerte mich. Sie sehen, was er war — ein würdevoller, unternehmender, selbstsüchtiger Geschäftsmann. Betrachten Sie den erfolgreichen Mann, den königlichen Kaufherrn mit Schiffen auf allen Meeren, den Brotherrn von Tausenden von Arbeitern, den freigebigen Wohltäter bei allen Veranstaltungen öffentlicher Mildtätigkeit, den Kirchenvorsteher, den Parlamentsabgeordneten, den mildtätigen Freund seiner Verwandten — seine Selbstgerechtigkeit lag immer im Kampf mit seiner angeborenen, niedrigen Geldgier — den unwissenden und unersättlichen Ausbeuter fremder Arbeit, den Mann, der seine eigene Meinung und seine Würde für Luxus und Delikatessen verkaufte, die zu genießen er viel zu grob war, und für die Gesellschaft von Leuten, die ihm seine niedrige Herkunft bei jeder Gelegenheit zu verstehen gaben —“