„Aber ich hatte einen besonderen Grund, erfreut zu sein.“

„Wirklich?“

„Ich hatte eine verzweifelte Furcht, bevor er mir die Wahrheit erzählte, daß er andere Absichten hätte — Absichten, die meinen teuersten Hoffnungen unheilvoll gewesen wären.“

Gertrude runzelte die Stirne, und ihr Stirnrunzeln stachelte ihn auf, sie herauszufordern. Er verlor seine Selbstbeherrschung, die schon durch ihr seltsames Benehmen erschüttert war. „Sie wissen, daß ich Sie liebe, Miß Lindsay,“ sagte er. „Es mag vielleicht keine vollkommene Liebe sein, aber, menschlich gesprochen, ist sie eine treue Liebe. Ich war ja ungefähr so weit, Ihnen das zu sagen, als wir an jenem Tage zusammen in dem Billardzimmer waren. Aber an demselben Abend tat ich etwas sehr Unehrenhaftes. Als Sie mit Trefusis in der Allee sprachen, stand ich dicht dabei und belauschte Sie.“

„Dann haben Sie ihn gehört,“ schrie Gertrude heftig. „Sie hörten, wie er schwur, es sei ihm ernst.“

„Ja,“ sagte Erskine zitternd. „Und ich dachte, er meinte, daß er Sie im Ernst liebte. Sie dürfen mich kaum deswegen tadeln. Ich war selbst verliebt, und die Liebe ist blind und eifersüchtig. Ich gab alle Hoffnung auf, bis er mir erzählte, daß er sich mit Miß Wylie verheiraten würde. Darf ich jetzt mit Ihnen sprechen, da ich weiß, daß ich mich geirrt habe, oder da Sie andern Sinnes geworden sind.“

„Oder da er anderen Sinnes geworden ist,“ sagte Gertrude höhnisch.

Erskine, den eine neue Angst um sie befiel, zuckte zusammen. Ihr Stolz war ihm teuer, und er sah, daß ihre Enttäuschung sie gleichgültig dagegen machte. „Sagen Sie mir jetzt nichts, Miß Lindsay, damit Sie nicht —“

„Was habe ich gesagt? Was soll ich sagen?“

„Nichts, außer über meine eigenen Angelegenheiten. Ich liebe Sie von Herzen.“