Es entstand eine Pause, und sie sahen Wickens Jungen mißtrauisch an. Seine Erzählung über das Küssen machte es den Jansenius fast zu einer Beleidigung, daß Henrietta die Frau sein könnte, die er gesehen hatte. Jane riet, den Kanal abzusuchen, aber ein unwilliges ‚st, st‘ gebot ihr Schweigen, während man den verlassenen Eltern besorgte und mitfühlende Blicke zuwarf. Jane verschwand dann wieder aus dem Brennpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit, als die beiden Polizisten, die man nach der Hütte gesandt hatte, zurückkamen. Smilasch ging zwischen ihnen, offenbar als Gefangener. Von weitem sah es aus, als ob er eine schreckliche Verletzung am Kopf habe, als man ihn aber in die Gesellschaft brachte, zeigte es sich, daß es nur ein rotes Taschentuch über sein Gesicht gebunden hatte, wie um Zahnschmerzen zu mildern. Er hatte ein ausgesprochenes Galgengesicht, als er vor dem Inspektor stand. Er ließ seinen Kopf herabhängen und hielt seine Gesichtszüge von Mr. Jansenius abgewendet, der, als er ihn forschend beobachten wollte, nur einen Fetzen von dem roten Taschentuch sah.

Einer der Polizisten berichtete, wie sie Smilasch in dem Augenblick gefunden hätten, als er grade seine Wohnung betreten wollte. Er habe sich geweigert, irgendeine Erklärung zu geben oder auch nach der Anstalt zu kommen, und als sie ihn gegen seinen Willen mitnehmen wollten, habe er ihnen Trotz geboten. Als sie dann schließlich nach dem Inspektor und Mr. Jansenius schicken wollten, hatte er sie Esel genannt und eingewilligt, sie zu begleiten. Der Beamte schloß mit der Erklärung, der Mann sei entweder betrunken oder sehr hinterlistig, da er nicht vernünftig sprechen konnte oder wollte.

„Sehen Sie, Herr Wachtmeister,“ begann Smilasch zum Inspektor, „Ich bin ein gewöhnlicher Mann — Sie können keinen gewöhnlicheren finden in —“

„Das ist er,“ schrie Wickens Junge, den plötzlich das Gefühl überkam, daß er ein wichtiger Zeuge sei. „Das ist er, den die Lady küßte, der mir zwei Pence gab und mir drohte, mich zu ertränken.“

„Und mit demütigem und zerknirschtem Herzen bedaure ich, daß ich dich nicht ertränkt habe, du grüner Halunke,“ sagte Smilasch. „Ist das eine Art, einen Mann, wenn auch einen gewöhnlichen, zu unterbrechen, der an Alter und Weisheit dein Vater sein könnte.“

„Halt deinen Mund,“ sagte der Inspektor zu dem Jungen. „Nun, Smilasch, wollen Sie einen Bericht geben? Aber erwägen Sie wohl, was Sie sagen, es kann nachher gegen Sie vorgebracht werden.“

„Wenn Sie mich sofort von hier zum Schafott bringen lassen, Herr Oberwachtmeister, ich kann nicht mehr als die Wahrheit sagen. Wenn ein Mann sagen kann, daß Jeff Smilasch lügt, dann soll er sich melden.“

„Das interessiert mich nicht,“ sagte der Inspektor. „Da Sie hier in der Gegend fremd sind, weiß niemand etwas Schlechtes von Ihnen. Aber ebensowenig weiß jemand etwas Gutes von Ihnen.“

„Herr Wachtmeister,“ sagte Smilasch tief bewegt, „Sie haben einen durchdringenden Geist, und durchschauen einen schlechten Charakter auf den ersten Blick. Nicht um Sie zu täuschen, bin ich so der Lüge und Faulheit und Genüssen aller Art ergeben. Die einzige Entschuldigung, die ich für mich finden kann, ist, daß es wohl so in der Natur der menschlichen Rasse liegt. Denn die meisten Leute sind grade so schlimm wie ich, und viele sind schlimmer. Ich spreche nicht persönlich von Ihnen, Herr Wachtmeister, noch von den geehrten Gentlemen, die hier versammelt sind. Denn Sie, Herr Wachtmeister, sind ein Inspektor von der Polizei, was ich für einen höheren Rang als den der gewöhnlichen Menschen halte. Und was die Gentlemen angeht, ein Gentleman ist kein Mann — wenigstens kein gewöhnlicher Mann — denn der gewöhnliche Mann ist nur der Sklave, der die Gentlemen, die über dem Gewöhnlichen stehen, ernährt und bekleidet.“

„Halt,“ sagte der Inspektor, der diesen Bemerkungen nicht folgen konnte, „Sie sind ein gerissener Patron, aber mir sind Sie nicht gerissen genug. Haben Sie eine Erklärung bezüglich der Dame abzugeben, die man zuletzt in Ihrer Gesellschaft gesehen hat?“