„Sie werden es kaum glauben,“ fuhr er fort, indem er sich an die Gesellschaft im allgemeinen wandte, „aber ich bin diesem vornehmen Gentleman wohlbekannt. Auf Ihren Lippen, alter Herr, sah ich die Frage nach meiner Frau, und ich danke Ihnen für die herablassende Teilnahme. Es geht ihr gut, Herr, und daß ich hier meinen Aufenthalt habe, darüber haben wir uns vollständig geeinigt. Was für eine kleine Wolke auch über unserm häuslichen Himmel geschwebt haben mag, sie ist vergangen. Und, alter Herr,“ hier sank Smilaschs Stimme zu ernsterer Betonung — „wer sich jetzt zwischen Mann und Weib schiebt, lädt eine schwere Verantwortung auf sich. Hier lebe ich, so wie Sie mich hier sehen, und hier will ich bleiben, genau in der gleichen Gestalt. Das heißt, wenn das Schicksal es erlaubt. Das Schicksal ist eine wunderliche Sache, alter Herr. Als ich hierher kam, dachte ich, es sei der letzte Platz auf der Welt, wo Sie mir vor die Augen kämen, und der Henker hol mich, wenn Sie nicht ungefähr der erste sind, auf den ich hier stoße.“

„Ich beabsichtige nicht, mich an dieser Maskerade zu beteiligen.“

„Wenn Sie erlauben, alter Herr, daß ich Ihnen das Wort aus dem Munde nehme, Sie brauchen sich an nichts zu beteiligen. Was nun mein früheres Benehmen angeht, Sie können sich darüber äußern oder auch schweigen. Wenn Sie aber etwas davon sagen, werde ich das übrige sagen. Alles oder gar nichts. Sie haben das Recht, hier dem Inspektor zu sagen, ich sei ein schlechter Kerl. Sein durchdringender Geist hat es schon von selbst herausgefunden. Aber wenn Sie auf Namen und Einzelheiten eingehen, dann handeln Sie nicht nur gegen die Wünsche meiner Frau, Sie zwingen mich auch dazu, die ganze Geschichte hier offen vor aller Welt zu erzählen und dann irgendwohin zu gehen, wo niemand mich finden kann.“

„Ich glaube, je weniger gesagt wird, desto besser ist es,“ sagte Mrs. Jansenius, die mit Unbehagen die Neugierde und das Erstaunen bemerkte, das die Unterredung verursachte. „Aber verstehen Sie das wohl, Mr. —“

„Smilasch, teure Lady. Jeff Smilasch.“

„Mr. Smilasch, was Sie auch mit Ihrer Frau abgemacht haben werden, es geht mich nichts an. Sie haben schändlich gehandelt, und ich wünschte, ich hätte in Zukunft so wenig wie möglich mit Ihnen zu tun.“

„Ich wünsche, daß ich mit Ihnen gar nichts mehr zu tun habe — gar nichts!“ sagte Mr. Jansenius. „Ich sehe Ihr Benehmen als eine persönliche Beschimpfung für mich an. Sie können leben, wie Sie wollen und wo Sie wollen. Ganz England steht Ihnen offen, nur ein Platz nicht — mein Haus. Komm, Ruth.“ Er bot seiner Frau den Arm, und sie wandten sich zum Gehen, indem sie sich nach Agatha umsahen, die, von der gaffenden Neugierde der andern angewidert, sich entschlossen aus der Hörweite der Unterhaltung zurückgezogen hatte.

Smilasch hatte mit freundlichem Interesse den Zornesausbruch des Mr. Jansenius beobachtet, als ob es ihn nur als neugierigen Beobachter anginge. Aber Miß Wilson ließ ihre Blicke von Smilasch zu ihren beiden aufbrechenden Besuchern gleiten. „Bitte, sehen Sie die Erklärung dieses Mannes als eine befriedigende an?“ sagte sie zu ihnen. „Ich tu es nicht.“

„Ich bin ein viel zu gewöhnlicher Mann,“ sagte Smilasch, „als daß ich imstande wäre, eine Erklärung abzugeben, die ein so kultiviertes Gehirn wie das Ihrige befriedigen könnte. Aber ich möchte ganz bescheiden andeuten, daß da drüben ein Junge mit einem Telegramm steht und sich gerne durch die hochgeborene Menge drängen würde.“

„Miß Wilson!“ schrie der Junge mit schriller Stimme.