(Dr. Valentine.) Der Grund ist, daß ich entweder völlig verrückt bin, oder vielmehr früher nie wirklich im Besitze meines gesunden Menschenverstandes gewesen bin. Jetzt bin ich zu allem fähig—ich bin endlich erwachsen—ich bin ein Mann geworden—und Ihre Tochter ist es, die einen Mann aus mir gemacht hat!
(McNaughtan ungläubig:) Sind Sie in meine Tochter verliebt?
(Dr. Valentine, seine Worte ergießen sich nun in einem wahren Strom von seinen Lippen:) Verliebt?… Unsinn!… Es ist viel mehr und viel höher als Liebe… es ist Leben, Glaube, Kraft, Gewißheit, Paradies…
(McNaughtan unterbricht ihn mit beißendem Hohn:) Unsinn, Mensch! Was haben (Sie), um eine Frau zu unterhalten?… Sie können sie nicht heiraten.
(Dr. Valentine.) Wer will sie denn heiraten?… Ich will ihre Hände küssen, ich will zu ihren Füßen knien, ich will für sie leben, ich will für sie sterben… und das soll mir genügen! Sehen Sie ihr Buch an—sehen Sie! (Er küßt das Taschentuch:) Wenn Sie mir Ihr ganzes Geld anböten für diese Gegenstände, die mir als Ausrede dienen, an den Strand hinunterzugehen und mit ihr wieder zu sprechen,—ich würde Ihnen nur ins Gesicht lachen. (Er geht übermütig gegen die Stufen zu, wo er dem vom Strande heraufkommenden Kellner direkt in die Arme läuft. Die beiden bewahren einander vor dem Umfallen, indem sie sich gegenseitig eng um den Leib fassen und sich umschlungen herumdrehen.)
(Der Kellner zart:) Sachte, Herr Doktor—sachte!
(Dr. Valentine über seine eigene Heftigkeit unangenehm berührt:)
Entschuldigen Sie!
(Der Kellner.) Bitte, Herr Doktor—bitte. Das ist ganz natürlich in Ihrem Alter.—Das gnädige Fräulein hat mich um ihr Buch heraufgeschickt; dürfte ich mir erlauben, Sie zu bitten, es ihr sofort zu bringen?
(Dr. Valentine.) Mit Vergnügen!—Und wollen Sie mir erlauben, Sie mit der sechswöchentlichen Einnahme eines Zahnarztes zu beschenken… (Er bietet ihm Dollys Fünf-Schilling-Stück an.)
(Der Kellner, als ob diese Summe seine höchsten Erwartungen überträfe:
) Danke vielmals, Herr Doktor—tausend Dank!