Zu einer andern Frau kam es, zwischen Ebringen und Sölden, und fragte sie: »Kätherle! wo willst Du hin?« Auf dieses wußte die Frau, welche nicht Katharina hieß, gar nicht mehr, wo sie war, und fand sich erst wieder zurecht, nachdem sie stundenlang den Wald durchirrt hatte.
Eines Abends traf ein Geflügelhändler, der nach Pfaffenweiler heim wollte, bei Kirchhofen ein schönes Reh, welches das Huttenweiblein war. Auf sein Locken kam es herbei und ließ sich von ihm streicheln. »Das ist etwas in die Küche!« dachte er bei sich und wollte ihm eine Schnur um den Hals binden; aber da ward es so riesenhaft, daß er voll Schrecken davon lief. Die ganze Nacht rannte er in der Irre umher und erkannte erst am Morgen, daß er auf der Eschholzmatte bei Freiburg sich befinde.
Ein Mann, der Nachts durch den Bitterswald ging, rief spottend: »Huttenweiblein, komm und trage mich! hu, hu, hu!« Schnell, wie der Wind, war dasselbe da, packte und trug ihn auf die Todtnauer Höhe und stellte ihn so tief in den Sumpf, daß er nur mit vieler Mühe sich wieder heraus helfen konnte.
Andere Männer, welche im Feld bei Pfaffenweiler das Geschrei des Weibleins spottweise nachmachten, bekamen von ihr solche Ohrfeigen, daß einigen die Hüte von den Köpfen flogen, andere aber sogar zu Boden fielen.
In den Ortschaften, die um den Schönberg liegen, pflegt man die Kinder mit dem Huttenweiblein fürchten zu machen.
[6] Köze.
49.
Der heilige Bernhard zu Freiburg.
Auf seiner Reise nach Konstanz kehrte der heilige Bernhard zu Freiburg, im obern Eckhause der Kaiser- und Münstergasse, ein. In der Stube, welche er da bewohnte, gibt es seitdem keine Mäuse mehr.
50.