Die schönen Abdrücke findet man auf Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes. Das Blatt ist nicht selten, häufig sind die Abdrücke aber matt und unbedeutend, auch oft im Papier verschnitten.
B. 79. Die Gerechtigkeit,
von Heller und Nagler irrthümlich die Nemesis genannt.
Bei sehr schönen Abdrücken dieses, der Behandlung des Vordergrundes nach, unstreitig der zweiten Periode Dürer’s, nach der Italienischen Reise, angehörenden Blattes, findet man sowohl Papier mit dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes, wie mit dem der hohen Krone, doch sind solche, dann recht malerische Abdrücke selten. Der zu den Dürer’schen Geschenken gehörende Abdruck in Copenhagen hat den Ochsenkopf im Papier.
B. 80. Der kleine Courier.
Dieser Stich gehört zu den nicht häufigen; die schönen Abdrücke haben Ochsenkopf-Papier, auch kommen welche mit dem Lilienwappen und Krone, Nr. 11, bei 11 Linien Entfernung der Drathstriche vor.
Bei geringeren Drucken findet man festes Papier mit 13¼ Linien Abstand der Drathstriche.
B. 81. Der grosse Courier.
Dieses, bereits in der Einleitung besprochene Blatt ohne Monogramm und Jahrszahl gehört bekanntlich zu den allergrößten Seltenheiten und fehlt sogar der reichen Sammlung des Erzherzogs Albrecht in Wien.
Es sind nur zwei Abdrücke davon bekannt: der eine im Königlichen Kupferstich-Cabinet zu Dresden, der andere in der K.K. Bibliothek zu Wien. Dieser letztere ist nicht rein im Druck und namentlich die hintern Schenkel des Pferdes sind unklar. Der Abdruck in Dresden ist auf sehr festem Papier, welches nur 11 Linien Abstand der Drathstriche und ein nicht gebräuchliches, dem aus alten Bücherdrucken bekannten Cardinals-Hut einigermaßen ähnelndes Wasserzeichen hat. Die Platte hat unten stark abgerundete Ecken, welches bei Dürer etwas ganz ungewohntes ist, und der Stich erscheint im Vergleich mit den übrigen Arbeiten unsers Meisters als auffallend roh behandelt.