Die Kupferplatte davon ist noch vorhanden und kam im Jahre 1856 in Frankfurt a.M. zum Vorschein, wurde aber, ehe die dortigen Dürer-Sammler Kenntniß davon erhielten, nach Rußland verkauft.
B. 87. Der Fahnen-Träger.
Diesen lieblichen Kupferstich, welcher allerdings in dem Vorgrunde noch Spuren der älteren conventionellen Darstellungsweise hat, halte ich — abweichend von Heller — für eine Arbeit nach der italienischen Reise, besonders wegen der Behandlung des Wassers und der sorgfältigen Ausführung der Federn.
Recht schöne Abdrücke, bei denen ich nur Papier mit einem Stückchen des Ochsenkopfes gefunden habe, sind von hervorstechender Wirkung.
B. 88. Die Versammlung der Kriegsleute.
Ein überall nicht häufiges, in vollkommen schönen Abdrücken aber ausserordentlich seltnes Blatt, welches zu den ältesten Stichen Dürer’s gehört. Man erkennt dieses vorzüglich an der Form des Monogramms und an der eigenthümlichen Behandlungsweise des Gebüsches in der Landschaft.
Die in neuerer Zeit an der Aechtheit dieses Stiches erhobenen Zweifel halte ich für völlig unbegründet und möchte dabei nur auf die Blätter B. 82, 83, 85, selbst 86 und 87 verweisen, wo man, freilich bei verschiedenartiger Stichweise, denselben Meister erkennt. Die schönen Abdrücke haben gewöhnlich das Papier mit dem Ochsenkopf oder dem gothischen P.
B. 89. Der Marktbauer. 1519.
Dieses in Dürer’s Tagebuch »der neue Bauer« benannte Blatt findet man fast nie in Abdrücken von recht voller Farbe. Es kömmt ziemlich häufig vor, doch giebt es alte frische Abdrücke wenig. Diese haben anscheinend Kronen-Papier mit 14 Linien Entfernung der Drathstriche. Bei weniger frischen, späteren Drücken trifft man das Papier mit einem Abstand von nur 13½ Linien.