B. 95. Das monströse Schwein.

Ich habe in Uebereinstimmung mit Heller dieses Blatt unter die Arbeiten der ersten Periode Dürer’s aufgenommen, und bin dazu veranlaßt theils durch die Anführung: daß nach einer alten geschriebenen Chronik eine solche Mißgeburt im Jahre 1496 in der Nähe von Nürnberg gefallen sei, theils auch durch die eigenthümliche Behandlung des Erdreichs im Vorgrunde, welche für die Stiche dieser ersten Periode besonders bezeichnend ist. Sonst würde die sorgfältige Ausbildung der Architektur in der Landschaft und die Form des Monogramms auf eine spätere Zeit schließen lassen. Zum Abdruck muß die Platte jedenfalls erst in späteren Jahren gekommen sein, denn ich habe bei den alten schönen Abdrücken nur einmal Ochsenkopf-Papier, sonst immer das Wasserzeichen der hohen Krone gefunden.

Die Platte ist späterhin aufgestochen.

B. 96. Das kleine Pferd. 1505.

Dieser Stich gehört zu denjenigen, welche man verhältnißmäßig häufig in schönen Abdrücken findet und es scheint, daß derselbe früher nicht besonders berücksichtigt ist. Die mir vorgekommenen alten Abdrücke waren sämmtlich auf Papier mit dem Ochsenkopf nur ein einziger hatte die hohe Krone.

B. 97. Das grosse Pferd. 1505.

Die Abdrücke dieser Platte sind bedeutend seltener als diejenigen der vorhergehenden. Die schönen Exemplare, zuweilen wahrhaft prachtvoll, haben das Wasserzeichen des Ochsenkopfes.

Dieses Blatt gehört übrigens nicht zu denjenigen, deren Dürer in seinem Tagebuche der Reise nach den Niederlanden Erwähnung thut.

B. 98. Der Ritter mit Tod und Teufel. 1513.
von Dürer »ein Reuther« genannt.

Es ist dieser einer der schönsten, vollendetsten und beliebtesten Stiche unsers Meisters, welcher von ihm auf seiner Niederländischen Reise auch zu Geschenken verwandt wurde und in ausgezeichneten Abdrücken, mit am theuersten bezahlt wird. —