Das Papier mit dem Wasserzeichen der hohen Krone (auch wohl Kaiser-Krone genannt), Nr. 4, welches, zwar selten, doch namentlich bei alten Zeichnungen schon in den letzten Jahren des 15. Jahrhunderts vorkömmt, und von unserm Meister in den zu der Verwendung geeigneten Sorten besonders viel gebraucht ist, hat im Stirnreif der Krone fünf Perlen und auf dem hohen verzierten Bügel ein Kreuz. Die Masse des Papiers ist nicht so milchweiss wie bei demjenigen mit dem Ochsenkopf, sie fällt etwas ins gelbliche und ist mit einer weniger dichten Drathform geschöpft. — Das Papier ist griffiger und bei den erhaltenen Rändern gegen die Platte vorstehend.
Die Drathstriche sind sichtbar, aber in ihrem Abstände oft auf demselben Bogen verschieden. Gewöhnlich findet man sie 13½ bis 14 Pariser Linien von einander entfernt, zuweilen nur 12½ und 13, dagegen auch 15¼ Linien, letzteres jedoch selten.
Das Papier mit dem Reichsapfel und einem fünfstrahligen Stern darüber als Wasserzeichen, Nr. 5, ist fest und hat 13¾, zuweilen auch 15 Linien entfernte Drathstriche.
Dasjenige mit dem Wasserzeichen des Reichsapfels, mit einem Kreuz darüber, Nr. 6, ist besonders fest und in innerer Güte dem Kronen-Papier ähnlich, es unterscheidet sich indeß von diesem dadurch, daß der Abstand der Drathstriche nur 11½ Linien beträgt.
Das Papier mit dem Wasserzeichen des Ankers im Kreise, Nr. 7, ist nicht sehr fein von Masse, aber kernigt; die Drathstriche sind 13½ bis 14 Linien von einander entfernt.
Bei den Papieren, deren Wasserzeichen in zwei mit Zinnen versehenen Thürmen besteht, welche ein durchbrochenes Stück Mauer, mit ein oder zwei Spitzen darunter, verbindet, Nr. 8 und 9, findet man die Masse fein, wenngleich nicht immer so rein, wie bei manchen der früheren Sorten; die Entfernung der Drathstriche ist verschieden und beträgt 12, 13¼ auch 14 Linien.
Das in der dritten Periode fast ausschliesslich vorherrschende Papier hat das Wasserzeichen eines kleinen Kruges mit einem Henkel.
In den allerletzten Lebensjahren Dürers kömmt noch das Wasserzeichen eines Wappens mit zwei Lilien und einer großen Krone darüber, so wie das ebenfalls mit einer Krone bedeckte Wappen von Nürnberg vor.
Das Papier mit dem Henkelkruge, Nr. 10 oder 10 a, ist von einer feinen weißen Masse, nicht sehr dick, doch in sich fest. Seine Drathstriche haben eine Entfernung von 12¾ bis 13¼ Pariser Linien.
Bei den ersten Abdrücken Dürer’scher Blätter findet man dasselbe vor dem Jahre 1520 nicht, dagegen kömmt es bei den späteren Abdrücken mehrerer Platten aus früheren Perioden vor, welche, wenngleich weniger kräftig als früher, der auf den Druck verwandten Sorgfalt nach, von unsrem Meister selbst veranstaltet zu sein scheinen, vielleicht um den auf der Niederländischen Reise abgesetzten Vorrath zu ergänzen. — Vorzüglich trifft man es aber bei solchen Platten, deren Abdrücke früher weniger in den Handel gekommen und in dem Reise-Tagebuche unter denen auf derselben verkauften nicht verzeichnet sind.