Dürer hatte übrigens die Composition dieses Blattes ursprünglich anders erdacht, wie ein erhaltener sehr geistreicher Entwurf desselben mit der Feder von der Gegenseite beweist, welcher sich gegenwärtig in der Sammlung des Verfassers befindet. —

Dieser Entwurf ist bei etwa gleicher Höhe des Holzschnitts, statt 5 Zoll 4 Linien 8 Zoll 3 Linien breit, und daher die ganze Darstellung nicht so zusammen gedrängt.

Der heilige Antonius ist knieend mit gegen einander gelegten Händen und gen Himmel gewandtem Gesicht inbrünstig betend gezeichnet, sein Kreuzesstab mit der Glocke liegt neben ihm am Boden. Er hat nicht, wie im Holzschnitt, die Kutte über den Hinterkopf gezogen, sein Mantel und Hut liegen auf einem Steinsockel hinter ihm. Im Wesentlichen ist sonst der Entwurf mit dem Holzschnitt übereinstimmend, nur zeigt ein Vergleich mit diesem auf das schlagendste, wie viel von dem Leben und Geiste, welches unser Meister in seine Federskizzen zu legen wußte, durch den Formschnitt verloren gegangen ist, sobald derselbe, wie hier, nicht von ihm selbst herrührt.

Unten am Rande steht von einer alten Hand, dem Anschein nach aus Dürer’s Zeit geschrieben:

Dz ist die erste Fißirung
als saines gedanke gewest.

B. 108. Die Heiligen Stephanus, Gregorius und Laurentius.

Die schönen alten Abdrücke haben das Wasserzeichen der Wage oder des Ankers im Kreise, auch wohl ein festes Papier ohne Wasserzeichen, dessen Drathstriche 15 Linien von einander abstehen. Vasari bezeichnet den Gegenstand »S. Sisto Papa, S. Stephano e S. Lorenzo.«

B. 109. Der heilige Stephanus in der Mitte zweier Bischöfe.

Dieser seltene Holzschnitt ist von Heller, pag. 830, Nr. 2233, gewiß mit Recht unter die dem Dürer irrig zugeschriebenen Blätter gesetzt. Man hat Abdrücke davon ohne die von Heller angeführten Monogramme, welche indeß noch nicht — wie dieser berichtet — Spuren des Wurmfraßes zeigen.

Das Wasserzeichen des Wappens der Stadt Schrobenhausen, Nr. 15, in ihrem Papiere deutet indeß auf den Abdruck derselben erst nach Dürer’s Tode. —