Dieses vortreffliche Portrait ist nicht häufig, besonders selten aber in den alten Abdrücken, wo der scharfe Holzschnitt noch nicht die geringste Spur von Beschädigung zeigt.
Solche Abdrücke sind auf einem sehr festen Papiere mit einer Entfernung der Drathstriche von 14 auch wohl 13½ Linien. Spätere Abdrücke haben ein ziemlich dünnes Papier mit dem herzförmigen Wasserzeichen, Nr. 56, und 11½ Linien Entfernung der Drathstriche, oder Papier mit dem großen Wasserzeichen Nr. 50.
Bei diesen ist indeß schon an der linken Seite ein feiner Sprung sichtbar, welcher durch den Besatz des Kleides bis auf die Brust geht.
Der Holzstock ist späterhin nach Holland gekommen und Hendrick Hondius hat Abdrücke davon veranstaltet, welche man, ausser der (gewöhnlich abgeschnittenen) Adresse desselben, an dem Papiere mit dem Wasserzeichen eines großen geschweiften Wappens erkennt, welches eine Querabtheilung hat.
Die Abdrücke dieses Holzschnittes in Clair Obscur, mit verschiedenen Platten in grünlichem oder bräunlichem Tone gedruckt, welche von den Sammlern sehr gesucht und theuer bezahlt werden, rühren nicht von Albrecht Dürer her, sondern sind, wie solches Schorn bereits im Kunstblatt vom Jahre 1830, pag. 108 bemerkt hat, viel später veranstaltet. Auf den wenigen Exemplaren, deren Papierrand erhalten ist, findet man die Adresse des Druckers Janssen, welcher in Amsterdam um die Zeit des Hondius lebte. Sie lautet:
»Ghedruckt t’ Amsterdam by Willem Janssen in de vergulde Sonnewyser.«
Das Papier dieser Abdrücke mit einer Entfernung der Drathstriche von 15 Linien, hat ein ziemlich großes zirkelförmiges Wasserzeichen an einer Seite mit drei Zirkelschlägen über einander.
Das Papier ist nicht sehr griffig und bei den nicht retouchirten Abdrücken ist der bereits oben erwähnte Sprung des Holzstocks sichtbar, auch haben die breiten Einfassungslinien Unterbrechungen, anscheinend von Aussprüngen, namentlich in dem obern Strich eine größere und eine kleinere Lücke, in dem untern 6 Unterbrechungen, wovon 4 kleiner, 2 aber größer sind, auch die Einfassungslinie links hat oben eine Lücke.
Durch diesen Willem Janssen, welcher im Jahre 1620 einen Prospect von Amsterdam veröffentlicht hat, sind auch von den Holzschnitten des Goltzius, namentlich von B. 226[60] und 231[61], clair obscurs mit 3 Platten gedruckt, in Farbe und Druckweise den Abdrücken des Varnbühler vollkommen entsprechend.