Ueber den Formschneider dieses Holzschnitts, der sich unten rechts mit einem römischen von einem Querbalken durchschnittenen B bezeichnet hat, herrscht eine große Meinungsverschiedenheit und auch die ausführlichen Erörterungen darüber in Nagler’s Monogrammisten, pag. 811 bis 814, führen zu keinem bestimmten Resultate.

Ausser den vorstehend, unter Nr. 153 bis 157 aufgeführten Bildnissen unsers Meisters, giebt es noch ein kleines höchst seltnes Holzschnitt-Portrait desselben, welches Bartsch nicht gekannt hat, Heller aber irrthümlich unter die zweifelhaften Blätter versetzt, und pag. 825, Nr. 193 beschreibt.

Es ist das Brustbild des durch seine Verdienste um die Wiederbelebung des Studiums der classischen Literatur bekannten Nürnberger Gelehrten Eoban Heß[62], Zeitgenosse Dürer’s, nur 4 Zoll 9 Linien hoch und 3 Zoll 6 Linien breit, aber sehr schön.

Wenn auch der Schnitt selbst nicht von Dürer sein wird, da er etwas technisch elegantes hat, in der Art, wie die Arbeiten des Resch, so ist doch die Zeichnung erwiesen von unserm Meister, denn auf der Rückseite der ersten Abdrücke, welche von Peipus in Nürnberg im Jahre 1527, also noch bei Lebzeiten Dürer’s, als Titelblatt veröffentlicht wurden, steht gedruckt:

»In Imaginem Eobani Hessi sui ab Alberto Dürero hujus aetatis Apelle graphice expressam, aliquod Epigrammata Johannis Alexandri Brassiciani etc.«

B. 158. Die fünf Kaiserlichen Wappenschilde.

Die ersten Drucke dieses einfach aber charakteristisch behandelten Holzschnitts, finden sich in dem im Jahre 1502 bei Koberger in Nürnberg gedruckten Buche, der himmlischen Offenbarung der heiligen Brigitta.

Die zweiten Drucke haben die Jahrszahl 1504 und das Dürer’sche Monogramm, sie sind noch rein und scharf und ihr Papier hat 12¾ Linien Entfernung der Drathstriche.

B. 159. Das Wappen der Familie Behaim.

Dieses schön verzierte höchst wahrscheinlich von Dürer selbst geschnittene Wappen ist nicht häufig.