14. Ein großer aufblickender Engelskopf auf blau grundirtem Papier vom Jahre 1521 in Kreide gezeichnet und schraffirt. Er erinnert im Ausdruck sehr an den einen von Sadler in Kupfer gestochenen aufblickenden Engelskopf. —

ad 17. In dem neu eingerichteten Kupferstich-Cabinet auf der Festung von Coburg ist die hervorragend schöne Kreidezeichnung der Anna Kehlingerinn im Brustbilde. Sie ist leider etwas angegriffen, gehört sonst unbedingt zu den vorzüglichsten Portraitzeichnungen Dürer’s.

ad 18. Das Herzogliche Museum in Braunschweig hat eine große Sammlung alter Handzeichnungen, welche, nur während der Sommermonate zugänglich, den Kunstfreunden fast gänzlich unbekannt sind.

Unter den altdeutschen befinden sich mehrere dem Albrecht Dürer zugeschriebene Blätter. Schön ist davon der Portraitkopf eines alten Mannes in Kreide, sowie eine ausserordentlich feine Federzeichnung zu dem Werke »von menschlicher Proportion«, eine männliche Figur von vorn und von der Seite gesehen darstellend, auf schraffirtem Grunde und mit der Jahrszahl 1512 bezeichnet, welche beide der berüchtigte Denon seiner Zeit der Entführung nach Paris werth hielt, von wo sie erst im Jahre 1815 zurückgekommen sind.

ad 19. Auf der Bibliothek der Universität Erlangen ist erst seit Kurzem durch die Sorgfalt des gegenwärtigen Bibliothekars Professor Rössler ein bis dahin ganz unbekannt gewesener eben so zahlreicher als kostbarer Schatz von Handzeichnungen der berühmtesten altdeutschen Meister, welche seit 1679 in dem Cabinet der Markgrafen von Anspach gewesen, hervorgezogen und den Kunstfreunden zugänglich geworden. Unter diesen befinden sich auch 22 Zeichnungen Albrecht Dürer’s[81], nämlich:

1. Das Bildniß des Kaisers Maximilian[82] in Wasserfarben, hoch 7 Zoll 9 Linien, breit 5 Zoll 8 Linien.

2. Das Brustbild eines bärtigen Mannes, Federzeichnung auf blauem Grunde, hoch 7 Zoll 1 Linie, breit 5 Zoll 9 Linien.

3. Die Gefangennehmung Christi, sehr feine und sorgfältige Federzeichnung, hoch 6 Zoll 6 Linien, breit 5 Zoll 7 Linien.

4. Die Liebes-Anerbietung, Federzeichnung auf rothem Grunde mit der Jahrszahl 1503, ähnlich dem Kupferstiche Dürer’s, B. 93, hoch 5 Zoll 9 Linien, breit 5 Zoll 6 Linien.

5. Der sitzende Ecce homo in Wasserfarben, hoch 8 Zoll, breit 5 Zoll 9 Linien.